Der Kospi taumelt, und Samsung Electronics steckt mittendrin. Die Aktie gab am Freitag zeitweise rund 6 Prozent nach, nachdem die Börse Seoul schon am Vortag unter Druck geraten war. Auslöser sind wachsende Zweifel an der Dauer des KI-Booms.

Regulierungssorgen drücken auf Chipwerte

Händler verweisen auf die US-Zwischenwahlen. Die siegreichen Demokraten wollen den KI-Sektor stärker regulieren, das nährt Fragen nach künftigen Investitionen in Rechenzentren und Infrastruktur. Für Speicher- und Logikchips, das Kerngeschäft von Samsung, wäre schwächere Nachfrage direkt spürbar.

Der Kospi fiel zeitweise um 9 Prozent, erholte sich bis zum Handelsende aber auf ein Minus von 6 Prozent. Der Index steht damit auf dem tiefsten Stand seit Anfang Februar. Auf Wochensicht summiert sich der Verlust auf 12 Prozent. Mehrfach unterbrachen Volatilitätsstopps den Handel.

Samsung verlor zuletzt 6,4 Prozent, Konkurrent SK Hynix sogar 10,4 Prozent. Nomura hält den Kospi inzwischen für überverkauft.

Konzentrierte Positionierung verstärkt die Ausschläge

Die Chef-Anlagestrategin von Saxo Markets, Charu Chanana, sieht in der Korrektur zum Teil eine Neubewertung der künftigen US-Infrastrukturnachfrage. Sie spiegle aber auch, wie stark Anleger auf dieselben Gewinner des KI-Booms gesetzt hatten. Südkorea und Taiwan seien zu konzentrierten Risikopositionen im globalen KI-Hardwarezyklus geworden, vor allem bei Logik- und Speicherchips.

Der Rest der Region zeigt das gleiche Muster. In Tokio sank der Nikkei um 6 Prozent, Kioxia verlor 8,7 Prozent und Softbank 10,8 Prozent. In Taiwan gab der Taiex 4,5 Prozent nach. China hielt sich dank stützender Maßnahmen für den Halbleitersektor besser, der Shanghai-Composite büßte 1,1 Prozent ein.

Selbst gute Nachrichten verpuffen: Sony hob nach einem Gewinnsprung die Prognose an und verlor dennoch 1,6 Prozent. Anleger flüchteten stattdessen in Staatsanleihen.

Ausblick

Samsung bleibt vorerst Spielball der KI-Stimmung. Stabilisiert sich der Kospi über dem Tief von Freitag, dürfte sich die Überverkauft-These von Nomura stützen. Fällt er darunter, geraten die Indexschwergewichte Samsung und SK Hynix weiter unter Verkaufsdruck.