Samsung Electronics treibt laut Reuters die Modernisierung seiner Speicherchipfertigung in China voran. Damit will der Konzern die KI-Nachfrage bedienen und chinesischer Konkurrenz begegnen. Unklar bleibt allerdings, wie weit die erforderlichen US-Genehmigungen reichen. Die Aktie gewinnt heute 5,7% auf 223.500,00 KRW, unterstützt von neuen Hoffnungen auf robuste KI-Investitionen.

Xi’an soll modernere Speicher liefern

Im Mittelpunkt steht Samsungs Werk in Xi’an. Reuters berichtet unter Berufung auf informierte Personen über das Projekt „Monami“. Es soll die Fertigung auf V9-NAND mit 286 Schichten ausrichten. Das Werk liefert dem Bericht zufolge rund 40% von Samsungs weltweiter NAND-Produktion.

Die Bedeutung geht damit über eine einzelne Produktionslinie hinaus. Die Modernisierung betrifft einen wesentlichen Teil der Speicherfertigung und soll Samsung helfen, technologisch mit der Nachfrage Schritt zu halten. Parallel modernisiert auch SK hynix seine chinesische Produktion.

Der geplante Produktionsanlauf umfasst 5.000 Wafer monatlich ab Dezember 2026. Bis Dezember 2027 soll der Ausstoß deutlich wachsen.

Reuters nennt als Ziel eine monatliche Fertigung von 40.000 Wafern. Dabei handelt es sich um einen Ausbauplan und nicht um eine bereits erreichte Produktionsleistung.

US-Genehmigungen begrenzen die Planungssicherheit

Für Anleger liegt der entscheidende Vorbehalt bei den Exportlizenzen für US-Fertigungsanlagen. Reuters zufolge bleibt deren Umfang unklar. Die technische Zielsetzung allein belegt deshalb noch nicht, dass Samsung sämtliche benötigten Anlagen uneingeschränkt einsetzen darf.

Die US-Behörde BIS erklärte 2025, den Weiterbetrieb chinesischer Standorte genehmigen zu wollen. Kapazitätserweiterungen oder technologische Aufrüstungen sollten dagegen nicht darunterfallen. Dieser Rahmen macht die konkreten Genehmigungen für das Modernisierungsvorhaben besonders wichtig.

Zugleich wächst der Wettbewerbsdruck. Nach Angaben von Omdia erreichte YMTC im zweiten Quartal 2026 einen Anteil von 38,5% am chinesischen NAND-Markt. Samsung kam auf 33,5%.

Die Aufrüstung ist somit nicht allein eine Reaktion auf zusätzliche Nachfrage. Sie soll auch helfen, die Position gegenüber einem chinesischen Wettbewerber zu verteidigen. Eine erfolgreiche technische Umsetzung und die regulatorische Absicherung gehören dabei zusammen.

KI-Nachfrage stärkt die Anlegerhoffnungen

Am Aktienmarkt sorgt heute zusätzlich Super Micro für Rückenwind. Der KI-Serveranbieter erhöhte seine vorläufige Umsatzprognose für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 auf 18,5 bis 19,5 Milliarden US-Dollar.

Die höhere Prognose beruhigt Sorgen über die Nachhaltigkeit der KI-Ausgaben. Für Samsung liefert sie ein positives Nachfragesignal aus dem Geschäft mit KI-Infrastruktur. Sie ist allerdings keine eigene Ergebnisprognose des koreanischen Konzerns.

Auch SK Securities bleibt für Halbleiter positiv gestimmt. Das Analysehaus argumentiert, KI-Nachfrage und langfristige Lieferverträge könnten die ausgeprägten Schwankungen des Speicherchipgeschäfts abschwächen. Der Markt preise nach Einschätzung der Analysten einen möglichen starken Gewinnrückgang nach 2028 ein.

KB Securities schätzt ergänzend, Samsung habe langfristige Lieferverträge für rund 80% seiner geplanten Speicherproduktion 2027 gesichert.

Solche Vereinbarungen könnten die Absatzplanung stabilisieren. Sie beseitigen aber weder das Risiko fallender Speicherpreise noch die Unsicherheit über chinesische Konkurrenz und künftige Rechenzentrumsinvestitionen. Für Samsungs China-Projekt bleibt deshalb neben der Nachfrage entscheidend, welche Modernisierung die US-Lizenzen tatsächlich ermöglichen.