Der koreanische Batteriekonzern erlebt einen rabenschwarzen Dienstag. Die Aktie von Samsung SDI stürzt an diesem Dienstag um 11,87 Prozent auf 66,80 Euro ab. Seit 30 Tagen summiert sich das Minus auf 29,24 Prozent. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.

Euphorie und Ernüchterung

Dabei lief es zuletzt spektakulär. Verglichen mit dem Kurs vor einem Jahr steht Samsung SDI immer noch 155,94 Prozent höher. Der Grund: das Unternehmen sicherte sich eine Schlüsselrolle bei VWs „Unified Cell“-Batterieprogramm. Ab 2027 soll im ungarischen Göd die Massenproduktion dieser standardisierten Zellen anlaufen.

Samsung SDI wird damit der dritte Großlieferant für die VW-Strategie – neben Guoxuan und der hauseigenen Tochter Powerco. Die Botschaft ist klar: Der Konzern will in Europa wachsen, und zwar deutlich. Das Management rechnet für 2026 mit einem Nachfrageplus von über 10 Prozent bei EV-Batterien in der Region. Die Auslastung des ungarischen Werks peilt man für das zweite Halbjahr bei über 70 Prozent an.

Doch die Batterie-Industrie durchläuft eine kapitalintensive Phase. Die Kosten für den Aufbau neuer Fabriken sind enorm. Parallel dazu verändert sich der Energiemarkt rasant: KI-Rechenzentren treiben den Strombedarf und damit die Nachfrage nach Speicherlösungen in die Höhe.

Technische Signale

Der jüngste Kursrutsch drückt die Aktie unter die 50-Tage-Linie von 86,10 Euro. Positiv: Der Kurs liegt noch 17,91 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 56,65 Euro. Der RSI von 35,8 signalisiert überverkaufte Niveaus – ein erstes technisches Gegenzeichen.

Die nächste Marke: das 52-Wochen-Hoch von 103,50 Euro, erreicht am 5. Mai. Der Abstand beträgt inzwischen 35,46 Prozent. Weit entfernt liegt das 52-Wochen-Tief von 25,80 Euro – ein Niveau, das aus heutiger Sicht undenkbar scheint.

Am 30. Juni endet das zweite Quartal. Dann wird sich zeigen, ob die Produktionsauslastung in Ungarn tatsächlich die 70-Prozent-Marke erreicht. Das wäre ein erstes handfestes Signal für die operative Wende.