Der südkoreanische Batteriebauer Samsung SDI hat seine Position im Markt für Energiespeichersysteme (ESS) massiv ausgebaut. In einer nationalen Ausschreibungsrunde für ein Projekt mit einem Gesamtvolumen von einer Billion Won sicherte sich das Unternehmen heute mit 55,8 % den dominierenden Anteil. Damit verwies der Konzern die Konkurrenten SK On und LG Energy Solution, die auf Anteile von 25,1 % beziehungsweise 19 % kamen, deutlich auf die Plätze.
Expansion im Bereich KI-Datenzentren und neue Strategien
Parallel zu dem Erfolg im ESS-Sektor gab Samsung SDI heute eine strategische Erweiterung seines Geschäftsfeldes bekannt. Das Unternehmen dringt verstärkt in den Markt für Batterien zur Notstromversorgung (Battery Backup Units, BBU) in KI-Datenzentren vor. Hierbei setzt der Konzern auf zylindrische Batterien, die speziell für eine hohe Leistungsabgabe bei gleichzeitig effizienter Raumnutzung entwickelt wurden. Dieser Schritt zielt darauf ab, vom wachsenden Energiebedarf der weltweiten Infrastruktur für künstliche Intelligenz zu profitieren.
Das aktuelle Marktumfeld für den Batterieproduzenten bleibt jedoch volatil. Am heutigen Mittwoch notiert die Aktie im Handel bei 65,00 Euro, was einem Rückgang von 1,52 % entspricht. Trotz dieses täglichen Minus bewegt sich der Titel mit einem Abstand von 122,60 % weiterhin weit über seinem 52-Wochen-Tief von 29,20 Euro.
Milliardeninvestitionen in die Batteriezukunft
Am Montag untermauerte das Management seine langfristigen Ambitionen mit der Vorstellung eines 14-jährigen Investitionsplans. Bis zum Jahr 2040 plant Samsung SDI insgesamt 25 Billionen Won (rund 17 Milliarden US-Dollar) in seine Standorte Ulsan und Cheonan zu investieren. Der Löwenanteil von 16 Billionen Won fließt nach Ulsan, um dort Produktionslinien für Feststoff-, LFP- und Natrium-Ionen-Batterien zu errichten. Die restlichen 9 Billionen Won sollen den Standort Cheonan zu einem Zentrum für technologische Validierung aufwerten.
Besondere Bedeutung kommt dabei der Feststoffbatterie zu. Das Unternehmen bestätigte am Montag, dass die Massenproduktion dieser Technologie in der zweiten Jahreshälfte 2027 im Werk Ulsan beginnen soll. Angestrebt wird eine Energiedichte von mehr als 900 Wattstunden pro Liter, was einen signifikanten Sprung gegenüber aktuellen Standards bedeuten würde.
Operative Wende und internationales Wachstum
Die wirtschaftliche Erholung des Konzerns zeichnete sich bereits am 30. Juli ab, als Samsung SDI die Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorlegte. Erstmals nach sieben Quartalen kehrte das Unternehmen in die operative Gewinnzone zurück und erzielte einen Betriebsgewinn von 203,8 Milliarden Won. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18,5 % auf 3,77 Billionen Won. Medienberichten zufolge trugen unter anderem günstige Wechselkurse und Rückerstattungen bei US-Zöllen zu diesem Turnaround bei.
Aufgrund dieser Entwicklung hoben die Analysten von Macquarie am Sonntag ihre Einschätzung für die Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ an und setzten ein Kursziel von 420.000 Won fest.
Auch international forciert Samsung SDI das Tempo. Am Samstag wurde eine strategische Partnerschaft mit dem US-Unternehmen Forge Nano bekannt gegeben. Gemeinsam soll eine neue Produktionsstätte für Batteriezellen in North Carolina entstehen, in die zwischen 300 Millionen und 330 Millionen US-Dollar investiert werden. Unterstützt wird das Vorhaben durch einen staatlichen Zuschuss des US-Energieministeriums in Höhe von 100 Millionen US-Dollar. Im US-Werk soll zudem bereits im Oktober die Massenproduktion prismatischer LFP-Batterien starten, während die Auftragsbücher für Energiespeicher in den USA laut Unternehmensangaben bis 2029 weitgehend gefüllt sind.
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