Samsung SDI setzt ein deutliches Ausrufezeichen im Wettbewerb um intelligente Stromnetze. Der Batteriespezialist sicherte sich den Löwenanteil eines südkoreanischen Prestigeprojekts zur Modernisierung der Netzinfrastruktur. Marktbeobachter werten diesen Erfolg als Bestätigung für die neue strategische Ausrichtung des Konzerns.

Sieg im Bieterwettstreit

In einer staatlichen Ausschreibung für KI-gestützte Energiespeicher (ESS) stach das Unternehmen den Rivalen LG Energy Solution aus. Sechs von neun Projektbetreibern wählten Samsung SDI als Ausrüster. Damit kontrolliert der Konzern rund 66 Prozent der in diesem Programm kontrahierten Batteriekapazität.

Das Kernelement dieses Erfolgs ist die „SBB 1.5“. Diese hochverdichtete Speicherlösung stabilisiert Stromnetze bei der Integration erneuerbarer Energien. Dieser Fortschritt kommt zur rechten Zeit. Das Geschäft mit klassischen E-Auto-Batterien steht global unter Druck, während der Bedarf an Netzspeichern massiv steigt.

Strategische Wende zur Profitabilität

Das Management reagiert flexibel auf die schwankende Nachfrage im Automobilsektor. Im US-Werk StarPlus Energy in Indiana werden derzeit drei von vier Fertigungslinien umgerüstet. Anstatt Zellen für Elektrofahrzeuge produziert das Unternehmen dort künftig prismatische Lithium-Eisenphosphat-Batterien für den stationären Speichermarkt.

Anleger reagierten positiv auf diese Anpassungsfähigkeit. Die Aktie kletterte am Freitag um sieben Prozent auf 64,00 Euro. Damit notiert das Papier wieder oberhalb der wichtigen 200-Tage-Linie bei 59,00 Euro. Der Relative-Stärke-Index (RSI) lässt mit einem Wert von 40 Punkten zudem Raum für weitere Erholungen.

Solide Zahlen trotz Gegenwind

Für das abgelaufene zweite Quartal rechnen Experten mit einem Konzernumsatz von etwa 3,8 Billionen Won. Das operative Ergebnis dürfte sich trotz des schwierigen Marktumfelds stabilisieren. Dennoch bleibt die Bewertung mit einem Abschlag von rund 38 Prozent zum Jahreshoch von 103,50 Euro optisch günstig.

Ein wichtiger Meilenstein zeichnet sich bereits für das kommende Jahr ab. Das Unternehmen forciert die Vermarktung seiner Feststoffbatterie „SolidStack“. Die Serienproduktion dieser Technologie der nächsten Generation ist für 2027 fest eingeplant. Bis dahin stützen Lieferverträge für prismatische Batterien mit europäischen Automobilherstellern das Kerngeschäft.