Ein Medienbericht über einen möglichen Rückzug chinesischer Batteriehersteller aus den Vereinigten Staaten hat den südkoreanischen Energiespeicher-Spezialisten Auftrieb gegeben. Angeführt von kräftigen Umschichtungen institutioneller Investoren verbuchte die Aktie von Samsung SDI heute einen Kurssprung von 12 Prozent auf 592.000,00 KRW.

Berichte über US-Rückzug chinesischer Wettbewerber

Auslöser der Kursbewegung war ein Bericht des taiwanischen Branchenmediums Digitimes. Demnach ziehen sich führende chinesische Anbieter von Großspeichersystemen (ESS) im laufenden Jahr faktisch aus dem US-Geschäft zurück. Als Gründe werden strengere regulatorische Hürden, Zölle sowie verschärfte Überprüfungen von Eigentümerstrukturen genannt. Eine offizielle Bestätigung für diesen Schritt liegt bislang nicht vor.

Anleger spekulieren dennoch auf erhebliche Marktanteilsgewinne für südkoreanische Konzerne. Nach Erhebungen des Branchenbeobachters SNE Research dominierten chinesische Anbieter wie CATL und HiTHIUM im ersten Halbjahr den nordamerikanischen Markt für ESS-Batterien, während Samsung SDI auf einen Marktanteil von 6,1 Prozent kam. Sollte die chinesische Konkurrenz wegfallen, stünde den etablierten Anbietern eine grundlegende Neuverteilung des Marktes bevor.

Hohe Nachfrage durch Rechenzentren

Unabhängig von der geopolitischen Gemengelage profitiert das Segment von strukturellem Rückenwind. Durch den weltweiten Aufbau von Rechenzentren für Anwendungen künstlicher Intelligenz wächst der Bedarf an industriellen Energiespeichern, um schwankende Stromnetze zu stabilisieren. Laut dem Marktforschungshaus Growth Research kletterten die nordamerikanischen ESS-Batterieverkäufe im ersten Halbjahr im Jahresvergleich um 83 Prozent.

Analyst Ji-woong Yu von Daol Investment Securities geht davon aus, dass Samsung SDI seinen Marktanteil in den USA ab dem dritten Quartal zügig ausbauen wird. Das Unternehmen verfügt bereits über eine solide Vorbestellbasis: Rund 80 Prozent der Produktionskapazitäten der geplanten US-Fabrik für Speicherbatterien sind bis 2029 vertraglich gebunden.

Drittes Quartal vor dem Turnaround

Flankiert wird die Branchenfantasie von Hoffnungen auf eine operative Trendwende. Samsung SDI wird die endgültigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal am 29. Oktober vorlegen. Am Markt wird dabei mit der Rückkehr in die operative Gewinnzone gerechnet; der Analystenkonsens kalkuliert mit einem operativen Betriebsgewinn in der Größenordnung von 200 Milliarden Won.

Das Analysehaus DS Investment Securities rechnet sogar mit einem operativen Ergebnis von 257,5 Milliarden Won, gestützt durch wachsende Speichererlöse und Einmaleffekte aus der Übernahme von Joint-Venture-Anteilen.

Trotz des deutlichen Kurssprungs notiert das Papier noch mit einem Abstand von 18 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Für die nachhaltige Bewertung wird entscheidend sein, ob das Management bei der anstehenden Zahlenvorlage die erhofften Anschlussaufträge im US-Speichergeschäft bestätigen kann.