SanDisk beendet eine Phase der Unsicherheit. Ein massiver Block-Trade durch den Finanzdienstleister Citadel stabilisiert das Papier, nachdem ein Hedgefonds seine Position zwangsweise liquidieren musste. Parallel dazu treiben geopolitische Spannungen und der Hunger nach KI-Hardware die Nachfrage nach US-basierten Speicherlösungen massiv an.
Rückenwind aus Washington
Die US-Regierung drängt heimische Unternehmen dazu, Speicherchips aus chinesischer Produktion zu meiden. SanDisk profitiert von dieser Entwicklung unmittelbar. Große Betreiber von Rechenzentren suchen verstärkt nach sicheren, im Inland verankerten Speicherquellen.
Speziell für die Infrastruktur künstlicher Intelligenz gewinnen die hochkapazitiven SSD-Laufwerke des Konzerns an Bedeutung. Marktbeobachter gehen davon aus, dass Speicherlösungen für Rechenzentren bis zum Jahresende mehr als die Hälfte aller ausgelieferten NAND-Kapazitäten ausmachen werden.
Technologiesprung bei Flash-Speichern
In Zusammenarbeit mit Kioxia hat SanDisk die neunte Generation seiner QLC-Plattform vorgestellt. Die neue Architektur erreicht eine Schnittstellengeschwindigkeit von 4,8 Gigabyte pro Sekunde. Im Vergleich zur Vorgängergeneration entspricht das einer Steigerung der Leistungsfähigkeit um 33 Prozent.
Die Roadmap sieht bereits den nächsten Schritt vor. Während die aktuelle Generation auf Geschwindigkeit fokussiert, soll die kommende BiCS10-Architektur die Datendichte um 60 Prozent erhöhen. Dieser zweigleisige Ansatz bedient sowohl die schnellen Anforderungen von KI-Anwendungen als auch den massiven Kapazitätsbedarf großer Sprachmodelle.
Finanzielle Stärke und massive Rückkäufe
Das Geschäftsjahr 2026 endete mit einem Umsatz von 20,25 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 175 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Bruttomarge erreichte im vierten Quartal einen Rekordwert von 84,6 Prozent.
Um die typischen Schwankungen im Speichermarkt abzufedern, setzt das Management auf ein neues Geschäftsmodell mit langfristigen Lieferverträgen. Das vorhandene Auftragsbuch beläuft sich auf 93,9 Milliarden Dollar bei festgesetzten Mindestpreisen.
Der Vorstand nutzt die hohen Mittelzuflüsse für eine aggressive Kapitalrückgabe. Das Aktienrückkaufprogramm wurde um 14 Milliarden Dollar aufgestockt. Insgesamt stehen nun 15,5 Milliarden Dollar zur Verfügung, um eigene Anteile vom Markt zu nehmen.
Aktuell notiert das Papier bei 1.360,00 Euro. Damit liegt der Kurs rund 6,5 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Das Unternehmen bereitet sich nun auf den Wechsel von der KI-Trainingsphase zur Inferenzphase vor, was den Bedarf an Enterprise-SSDs weiter beschleunigen dürfte.
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