SanDisk hat den Handel am Montag als schwächster Wert im S&P 500 beendet. Die Aktie fiel um rund 6,45 Prozent auf 1.493,12 Dollar, nachdem eine breite Verkaufswelle den gesamten Halbleitersektor erfasst hatte. Auslöser war weniger eine unternehmensspezifische Nachricht als vielmehr die Ansteckung durch Wettbewerber: Micron gab knapp sechs Prozent ab, Seagate über sechs Prozent, Western Digital gut fünf Prozent.
Samsungs Milliarden-Rückkauf löst Kettenreaktion aus
Den Ausschlag gab eine Entscheidung aus Südkorea. Samsung kündigte den größten Aktienrückkauf seiner Geschichte an, mit einem Volumen von umgerechnet 65 bis 80 Milliarden Dollar.
Statt die Anleger zu beruhigen, wertete der Markt die Ankündigung als Signal für Überkapazitäten im Speichermarkt – Samsungs eigene Aktie verlor daraufhin 8,7 Prozent, und Speicherwerte von Micron bis SK Hynix gerieten gemeinsam unter Druck. Hinzu kam die generelle Zurückhaltung vor den anstehenden Nvidia-Zahlen: Der Chipsektor insgesamt gab spürbar nach, während Nvidia selbst bereits den siebten Verlusttag in Folge verzeichnete.
Am heutigen Dienstag zeigt sich eine Gegenbewegung: Die Aktie notiert bei 1.300,00 Euro und legt 2,4 Prozent zu. Damit bleibt der Titel jedoch weiterhin rund 37 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 2.060,00 Euro, das SanDisk im Juni erreicht hatte.
Analysten sehen trotz Kursrutsch Aufwärtspotenzial
Die fundamentale Einschätzung der Wall Street hat sich durch den Ausverkauf nicht verändert. Von 26 erfassten Analysten stufen 23 die Aktie als „Buy“ oder „Strong Buy“ ein, lediglich drei sehen sie neutral. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 1.999,27 Dollar und impliziert damit ein Aufwärtspotenzial von knapp 34 Prozent gegenüber dem Montagsschluss.
Als Argument führen Beobachter unter anderem neue Lieferverträge im Volumen von 93,9 Milliarden Dollar sowie laufende Aktienrückkäufe des Unternehmens an.
Auch operativ bleibt SanDisk aktiv: Am Montag stellte das Unternehmen neue NAS-SSDs für Speichersysteme mit Dauerbetrieb vor, mit Kapazitäten von bis zu 7,68 Terabyte und einer Ausdauer von 14 Petabyte geschriebener Daten. Solche Produkteinführungen unterstreichen, dass sich das Unternehmen im Wettbewerb um Rechenzentrums- und Storage-Kunden weiter positioniert, auch wenn sie den Kursverlust der vergangenen Handelstage nicht kompensieren konnten.
Hohe Schwankungsbreite bleibt Kennzeichen der Aktie
Für Anleger bleibt vor allem die Volatilität das prägende Merkmal des Titels. Mit einem Beta von 5,21 gilt SanDisk als über 400 Prozent schwankungsanfälliger als der marktbreite S&P 500 – ein Wert, der sich in den heftigen Tagesbewegungen der vergangenen Woche erneut bestätigt hat.
Parallel dazu meldete der Finanzvorstand des Unternehmens am Montag den Einbehalt von rund 27.200 Aktien zur Begleichung von Steuerpflichten, eine routinemäßige Transaktion ohne Bezug zu einem vorab festgelegten Handelsplan.
Der Kursrutsch vom Montag erscheint damit weniger als Urteil über SanDisk selbst denn als Kollateralschaden einer sektorweiten Neubewertung, ausgelöst durch Samsungs Rückkauf-Ankündigung und die Nervosität vor den Nvidia-Zahlen. Die heutige Erholung um 2,4 Prozent deutet darauf hin, dass Anleger diese Einschätzung zumindest teilweise teilen.
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