Der KI-Hype bekommt einen Dämpfer. SanDisk verliert am Freitag 7,31 Prozent auf 1.630,99 US-Dollar – Teil einer breiten Korrektur bei Halbleiterwerten. Anleger hinterfragen zunehmend die hochgesteckten Erwartungen an künstliche Intelligenz.

Ausverkauf bei Tech-Werten

Die sogenannte „Parabolische 7“ – eine Gruppe hochentwickelter Technologieaktien – gerät unter Druck. Der gesamte Chip-Sektor leidet unter synchronen Verlusten. Dabei hatte SanDisk zuvor von der robusten Nachfrage nach KI-Speicherlösungen profitiert.

Marktstrategen sehen die Ursache in einer Neubewertung der KI-Umsatzprognosen. Jüngste Warnungen vor nachlassenden Chip-Investitionen befeuern die Skepsis. Das Kapital fließt zunehmend in defensive Bereiche wie Finanzen und Gesundheit – der Dow Jones Industrial Average kletterte deshalb auf ein Rekordhoch.

Zinsängste belasten zusätzlich

Hinzu kommen makroökonomische Gegenwinde. Der US-Arbeitsmarktbericht für Mai fiel mit 172.000 neuen Stellen stärker aus als erwartet. Das schürt Spekulationen auf eine straffere Geldpolitik der Federal Reserve. Wachstumsorientierte Tech-Aktien reagieren besonders empfindlich auf Zinsveränderungen – der Nasdaq rutschte ab.

Jahresperformance bleibt beeindruckend

Trotz des Rückschlags: SanDisk notiert mit einem Jahresplus von 492,57 Prozent immer noch im Bereich des Spektakulären. Erst am 3. Juni hatte die Aktie bei 1.861,00 US-Dollar ein 52-Wochen-Hoch markiert. Der aktuelle Kurs liegt 12,36 Prozent darunter.

Mit einem RSI von 59,0 bleibt die Aktie nach der scharfen Korrektur im neutralen Bereich – von überverkauften Niveaus ist sie weit entfernt. Das Handelsvolumen bleibt erhöht, die Volatilität hoch. Die Anleger justieren ihre Positionen neu. Am 10. Juli folgen die Quartalszahlen – dann zeigt sich, ob die KI-Phantasie neuen Auftrieb bekommt oder die Korrektur anhält.