Nach einem der stärksten Kursanstiege im gesamten Halbleitersektor zieht sich SanDisk deutlich zurück. Die Aktie fiel am Mittwoch um 11,69 Prozent auf 1.360,00 Euro. Ein konkreter Auslöser aus dem Unternehmen selbst fehlt – der Ausverkauf trifft die gesamte Speicherchip-Branche gleichermaßen.

Speicherchip-Branche gerät unter Druck

Der Rückgang bei SanDisk steht nicht isoliert da. Am 15. Juli verloren auch die US-Hinterlegungsscheine von SK Hynix zwischen 5 und 9 Prozent. Western Digital und Micron Technology gaben ebenfalls nach, mit Verlusten zwischen 3 und 4 Prozent.

Analysten sehen den Hauptgrund in Gewinnmitnahmen. SanDisk zählte zuletzt zu den stärksten Werten der Branche und legte im laufenden Jahr zeitweise um fast 600 Prozent zu. Der Philadelphia Semiconductor Index verlor im Juli rund 10 Prozent. Sorgen um einen Gewinnhöhepunkt und nachlassendes Preiswachstum bei Speicherchips belasten den gesamten Sektor.

Analysten uneins, Insider verkaufen

Mehrere große Investmentbanken hatten zuletzt ihre Kursziele für den NAND-Spezialisten angehoben. Am Mittwoch startete Argus die Bewertung von SanDisk jedoch mit einem neutralen „Hold“-Rating. Das Analysehaus lobt die solide Finanzlage und die zentrale Rolle des Unternehmens beim KI-getriebenen Ausbau von Rechenzentren. Als Gründe für die Zurückhaltung nennt Argus die hohe Bewertung und nachlassende Kursdynamik.

Auch Insider zeigen sich zuletzt vorsichtiger. In den vergangenen drei Monaten verkauften Unternehmensinsider rund 6.225 Aktien im Gesamtwert von etwa 10,17 Millionen Dollar. Unter den Verkäufern waren die Executive Vice President sowie mehrere Direktoren, zu Preisen zwischen 1.503 und über 2.000 Dollar je Aktie. Institutionelle Investoren bauten im ersten Quartal 2026 dagegen weiter Positionen auf – darunter Calamos Advisors, State Street und die Norges Bank.

Charttechnik und Quartalszahlen im Blick

Die Aktie notiert nun rund 34 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.060,00 Euro vom 22. Juni 2026. Zum 52-Wochen-Tief von 1.300,00 Euro, erreicht erst am 7. Juli, beträgt der Abstand nur noch 4,62 Prozent. Der RSI liegt bei 42,8 – ein neutraler Wert, der weder auf Überkauft- noch auf Überverkauft-Signale hindeutet.

Der Blick der Anleger richtet sich nun auf den nächsten Quartalsbericht am 5. August 2026. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 33,38 Dollar bei einem Umsatz von rund 8,24 Milliarden Dollar. Im Vorjahresquartal lagen die Werte noch bei 0,29 Dollar je Aktie und 1,90 Milliarden Dollar Umsatz. Der enorme Sprung geht vor allem auf die Angebotsknappheit bei NAND-Flash-Speicher und die steigende Nachfrage aus dem KI-Infrastrukturgeschäft zurück.