Der französische Pharmakonzern Sanofi leitet nach der milliardenschweren Akquisition von Blueprint Medicines personelle Einschnitte ein. Medienberichten zufolge streicht das Unternehmen am Standort Massachusetts insgesamt 229 Stellen. Dieser Schritt markiert die erste größere Restrukturierung unter der Leitung von CEO Belén Garijo seit dem Abschluss der 9,1 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme im Juli 2025.

Umbau in den USA und Engpässe in Irland

Die geplanten Entlassungen sollen zwischen Oktober 2026 und Juni 2027 umgesetzt werden. Parallel zur Konsolidierung des US-Geschäfts kämpft Sanofi mit operativen Herausforderungen in Europa. Medienberichten zufolge führen Produktionsengpässe und Qualitätsmängel im Werk Waterford in Irland zu Lieferverzögerungen bei den Medikamenten Myozyme und Nexviazyme, die zur Behandlung von Morbus Pompe eingesetzt werden.

Bereits am 22. Juni 2026 hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA einen Warnbrief wegen Verstößen gegen die gute Herstellungspraxis (CGMP) ausgestellt, die bei einer Inspektion zu Beginn des Jahres festgestellt wurden. Die Lieferbeschränkungen betreffen sowohl den US-amerikanischen als auch den europäischen Markt und dürften Schätzungen zufolge noch mehrere Monate anhalten.

Analysten bewerten Zukunftsaussichten unterschiedlich

An der Börse zeigt sich die Sanofi-Aktie am heutigen Montag leicht schwächer und notiert bei 78,50 Euro, was einem Rückgang von 0,6 Prozent entspricht. Damit setzt sich der bisherige Trend des laufenden Jahres fort, in dem das Papier seit Jahresbeginn bereits 5,3 Prozent an Wert verloren hat. Dennoch liegt der Kurs aktuell etwa 1,6 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt.

Die Einschätzungen der Analystenhäuser fielen in den vergangenen Tagen gemischt aus. Während Berenberg am Freitag die Kaufempfehlung für die Titel bekräftigte, startete UBS am 11. August die Abdeckung mit einer neutralen Einstufung („Hold“). Die Experten von Morgan Stanley passten ihr Kursziel am 10. August nach unten an und sehen den fairen Wert nun bei 82 Euro statt zuvor 86 Euro.

Strategische Weichenstellungen im Portfolio

Trotz der operativen Hürden meldete Sanofi zuletzt Fortschritte in der Forschungspipeline. Eine klinische Studie zu einem H5N8-Grippeimpfstoff deutet am 19. August auf eine langfristige Positionierung in der Pandemievorsorge hin. Diese Entwicklung folgt auf die Entscheidung von Ende Juli, die Entwicklung von Amlitelimab zur Behandlung von Neurodermitis einzustellen, da die Datenlage keine globalen Zulassungsanträge stützte.

Zuvor hatte das Unternehmen die Jahresziele für 2026 angehoben. Sanofi strebt nun ein Umsatzwachstum von rund 10 Prozent zu konstanten Wechselkursen an. Treiber dieser Entwicklung bleibt vor allem das Medikament Dupixent, das im zweiten Quartal 2026 ein Umsatzplus von 37,6 Prozent verzeichnete. Zudem erhielt das Unternehmen vor gut drei Wochen die EU-Zulassung für MenQuadfi zur Anwendung bei Säuglingen ab sechs Wochen.