Sanofi Aktie: Führungswechsel mit Fragezeichen

Der französische Pharmakonzern Sanofi tauscht überraschend seinen CEO aus. Die Aktie verliert deutlich, da die Nachfolgerin Belén Garijo vor der Herausforderung steht, eine schwächelnde Medikamentenpipeline zu stabilisieren.

Sanofi Aktie
Kurz & knapp:
  • Überraschender Führungswechsel bei Sanofi
  • Aktie verliert fast sechs Prozent an Wert
  • Wichtige Medikamentenstudien scheiterten in Tests
  • Analysten zeigen sich skeptisch zur Personalentscheidung

Der französische Pharmakonzern Sanofi vollzieht einen überraschenden Wechsel an der Spitze. CEO Paul Hudson verlässt das Unternehmen bereits am 17. Februar – deutlich früher als erwartet. Seine Nachfolgerin steht fest: Belén Garijo, die aktuelle Vorstandsvorsitzende des DAX-Konzerns Merck. Die Börse reagierte mit Skepsis: Die Aktie verlor am Donnerstag fast 6 Prozent.

Hudson hatte Sanofi seit September 2019 geführt und den Konzern grundlegend umgebaut. Er verabschiedete sich weitgehend vom kriselnden Insulingeschäft, das zunehmend von moderneren Produkten überholt wurde, und fokussierte stattdessen auf Immunkrankheiten, Impfstoffe und innovative Therapien. 2025 verkaufte Sanofi zudem das Konsumentengeschäft Opella – ein klarer Schnitt, um sich ausschließlich auf verschreibungspflichtige Arzneien zu konzentrieren.

Blockbuster unter Druck

Doch zuletzt häuften sich die Probleme. Das milliardenschwere Kassenschlagermedikament Dupixent gegen Asthma und Neurodermitis steht vor dem Patentablauf – und damit drohen erhebliche Umsatzeinbußen. Hudsons ambitionierte Pläne, rechtzeitig neue Blockbuster auf den Markt zu bringen, scheiterten in entscheidenden Momenten. Mehrere wichtige Medikamentenstudien floppten ausgerechnet in der finalen Testphase.

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Besonders bitter: Der Wirkstoff Tolebrutinib gegen die primär progrediente Multiple Sklerose enttäuschte komplett. Auch Amlitelimab, das als möglicher Dupixent-Nachfolger gehandelt wurde, überzeugte in den Tests nicht vollständig. Die Pipeline, die eigentlich für Wachstum sorgen sollte, lieferte nicht wie erhofft.

Analysten zweifeln an der Lösung

Die Personalie Garijo überrascht die Finanzwelt. Graham Parry von der Citigroup konstatiert, der plötzliche Wechsel nach den Forschungsrückschlägen sorge eher für zusätzliche Verunsicherung. Er hätte einen Kandidaten aus einem großen forschenden Pharmaunternehmen erwartet. Michael Leuchten von Jefferies merkt an, Garijo habe bei Merck zwar kein Top-Pharma-Profil erreicht, aber immerhin ein alterndes Medikamentenportfolio solide gemanagt.

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Sanofi-Verwaltungsratschef Frédéric Oudéa verteidigt die Wahl: Garijo sei eine anerkannte Führungskraft mit unbestrittenem Ruf. Sie kenne Sanofi sehr gut, wo sie 15 Jahre lang wichtige Positionen innehatte. Zuvor arbeitete die studierte Medizinerin mehrere Jahre in der Forschung bei Abbott.

Garijo übernimmt offiziell nach der Hauptversammlung am 29. April. Bis dahin leitet das Geschäftsleitungsmitglied Olivier Charmeil das Unternehmen. Bei Merck, wo Garijo seit Mai 2021 als CEO fungierte, wird Kai Beckmann, der bisherige Leiter der Elektroniksparte, zum 1. Mai die Nachfolge antreten.

Die zentrale Frage für Anleger: Kann Garijo die Pipeline-Probleme lösen und rechtzeitig für Dupixent-Ersatz sorgen? Der Kursverlust zeigt deutlich, dass die Börse dieser Personalentscheidung skeptisch gegenübersteht.

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