Die Sanofi-Aktie hat am Freitag einen deutlichen Rückschlag erlitten und verlor 3,5 Prozent auf einen Schlusskurs von 70,65 €. Medienberichten zufolge setzten wachsende Bedenken hinsichtlich der Pipeline-Diversifizierung das Papier unter Druck. Marktteilnehmer nahmen die milliardenschweren Zahlungsverpflichtungen der Partnerschaft mit Regeneron zum Anlass, die Risiken des Pharmakonzerns neu zu bewerten.

Skepsis über finanzielle Belastungen

Auslöser der Zurückhaltung an den Märkten ist die Neubewertung der finanziellen Verpflichtungen für die Immunologie-Sparte. Medienberichten zufolge befürchten Investoren, dass die hohen Zahlungen an externe Partner die breitere Aufstellung der eigenen Forschung belasten könnten.

Die Konzentration beträchtlicher Mittel auf ausgewählte Kooperationsprojekte sorgte für Vorsicht. Das finanzielle Risiko der weiteren Entwicklung verbleibt damit zu einem wesentlichen Teil bei dem französischen Unternehmen.

Vereinbarung mit Regeneron im Detail

Nach Unternehmensangaben umfasst die erweiterte Allianz mit Regeneron die gemeinsame Entwicklung und Vermarktung von vier langlebigen Antikörperkandidaten der nächsten Generation. Für den Zugriff auf diese Programme leistet Sanofi eine Vorabzahlung von $1 Milliarde an Regeneron. Zudem wurden erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen von bis zu weiteren $7 Milliarden vereinbart.

Die Übereinkunft regelt zugleich die langfristige Aufteilung der wirtschaftlichen Erträge. Beide Konzerne tragen künftige Forschungs- und Vermarktungskosten sowie mögliche Gewinne zu gleichen Teilen. Im Rahmen dieses Schrittes legten die Partner zudem vorangegangene Rechtsstreitigkeiten bei, die im Zusammenhang mit ihrer bisherigen Zusammenarbeit standen. Damit räumen die Unternehmen juristische Altlasten aus dem Weg.

Analystenstimme und Kursentwicklung

Trotz der Kursverluste zum Ende der Handelswoche bleibt die Einstufung von Experten vorerst unverändert. Trung Huynh, Analyst bei RBC Capital Markets, stufte Sanofi am Freitag weiterhin mit „Hold“ ein und bezifferte das Kursziel auf 80 €. Der Experte sieht damit vorerst keinen Anlass für eine Anpassung der neutralen Haltung.

Die Einschätzung spiegelt die abwartende Haltung wider, die Marktteilnehmer nach den jüngsten Schritten einnehmen. Während die Zusammenarbeit langfristig neue Behandlungsoptionen erschließen soll, stehen kurzfristig Bedenken bezüglich der Kapitalbindung im Vordergrund.

Durch die Kursverluste gerät das Papier auch aus technischer Sicht unter Druck. Mit einem Abstand von 0,4 Prozent notiert die Aktie nur noch hauchdünn über ihrem 52-Wochen-Tief.