Sanofi zahlt viel Geld, um die Zeit nach Dupixent vorzubereiten. Der Konzern baut die Partnerschaft mit Regeneron aus und legt gleichzeitig alte Streitigkeiten bei. An der Börse in Paris kam die Nachricht gut an.
Eine Milliarde sofort, sieben weitere an Bedingungen geknüpft
Regeneron erhält zunächst eine Vorabzahlung von einer Milliarde Dollar. Bis zu sieben Milliarden Dollar weitere Meilensteinzahlungen können hinzukommen, abhängig von Entwicklungs-, Zulassungs- und Vermarktungszielen. Der Gesamtwert liegt damit bei bis zu acht Milliarden Dollar.
Im Gegenzug wandern vier neue, von Regeneron erfundene Antikörper in die bestehende Allianz. Sie zielen wie Dupixent auf Immunsignale, die Entzündungen etwa bei Neurodermitis antreiben. Sie sind jedoch so konstruiert, dass sie länger im Körper wirken. Noch befinden sich die Kandidaten in einem frühen Stadium.
Die Rollen bleiben klar verteilt: Regeneron führt Forschung und Entwicklung, Sanofi verantwortet den weltweiten Vertrieb. Kosten und Gewinne teilen sich beide Partner hälftig. An den bestehenden Gewinnbeteiligungen bei Dupixent ändert sich nichts.
Strategischer Hintergrund
Dupixent ist der Blockbuster der Allianz und wird von mehr als 1,5 Millionen Patienten in neun Indikationen genutzt. Doch der Patentschutz läuft irgendwann aus. Sanofi nennt den Deal einen ersten Schritt, die Pipeline neu aufzubauen. Die kürzlich ernannte Konzernchefin Belen Garijo sprach von einem bewussten ersten Schritt, um den „Innovationsmotor“ des Konzerns zu zünden.
Regeneron-Chef Leonard Schleifer verwies auf die gemeinsamen Erfahrungen bei Dupixent. Die erneuerte Allianz solle diese Art von Arbeit ausweiten. Hinzu kommt eine Option: Regeneron kann in Sanofis Wirkstoff Lunsekimig einsteigen, sobald dessen späte Studien bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung abgeschlossen sind.
Jefferies wertet die Erweiterung positiv. Die Wirkstoffe seien zwar früh in der Entwicklung, doch der Schritt zeige den proaktiven Fokus der neuen Konzernspitze auf die wichtigsten und zugleich lösbaren Unsicherheiten der Investoren.
Börse reagiert freundlich
Die Sanofi-Aktie legte in Paris zeitweise gut zwei Prozent auf rund 74 Euro zu. Regeneron-Titel zeigten sich nachbörslich kaum verändert. Der Vergleich der Reaktionen deutet darauf hin, dass Anleger vor allem Sanofis Pipeline-Perspektive honorieren. Ob die vier Kandidaten diese Hoffnung tragen, entscheiden erst die kommenden klinischen Daten, und die stehen noch aus.
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