Ein unabhängiges Gremium hat entschieden — und Sanofi muss eine Phase-3-Studie stoppen. Der Zeitpunkt ist ungünstig: Die neue Unternehmenschefin Belen Garijo steht erst seit wenigen Wochen an der Spitze des französischen Pharmakonzerns.
Was hinter dem Studienabbruch steckt
Eine Zwischenanalyse des unabhängigen Datenüberwachungsausschusses ergab, dass die Studie mit dem experimentellen Wirkstoff Riliprubart voraussichtlich keine ausreichende Wirksamkeit zeigen würde. Damit endet die Untersuchung bei Patienten mit chronisch-inflammatorischer demyelinisierender Polyneuropathie — kurz CIDP — einer seltenen neurologischen Erkrankung. Konkret zielte die Studie auf jene Patienten ab, die nicht auf die Standardtherapie ansprechen. Riliprubart soll ein Enzym hemmen, das zentrale Entzündungsmechanismen der Erkrankung antreibt.
Für Garijo, die zuvor sechs Jahre lang den DAX-Konzern Merck geführt hatte, ist es ein früher Dämpfer. Allerdings hält sich der Schaden in Grenzen: Sanofi erwartet keine nennenswerten Kosten durch den Abbruch und bestätigte die Prognose für 2026.
Der Wirkstoff ist nicht abgeschrieben
Riliprubart ist trotzdem nicht erledigt. Sanofi prüft, ob weitere laufende Studien — darunter eine zweite Phase-3-Studie ebenfalls zu CIDP — fortgesetzt werden. Die Entscheidung soll im Lichte der neuen Daten getroffen werden.
Der Markt reagierte gelassen. Die Aktie gab in Paris nur leicht nach, das Minus blieb einstellig im Nachkommabereich. Das zeigt, dass Investoren den Abbruch dieser einen Studie nicht als fundamentale Bedrohung für die Pipeline werten. Wie die Bewertung der verbleibenden Riliprubart-Studien ausfällt, dürfte in den kommenden Wochen klarer werden — und damit auch, ob der Wirkstoff als Therapieoption für CIDP-Patienten noch eine Zukunft hat.
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