Fortschritte in der Onkologie und Stellenabbau in den USA

Der französische Pharmakonzern Sanofi setzt bei seiner strategischen Neuausrichtung verstärkt auf die Onkologie und die Integration jüngster Akquisitionen. In Zusammenarbeit mit Blueprint Medicines hat das Unternehmen am Montag die Rekrutierung für eine erste klinische Studie am Menschen mit einem sogenannten Pan-KRAS-Inhibitor gestartet. Der Wirkstoff BLU-924, auch als SAR449336 geführt, soll ein breites Spektrum von KRAS-Mutationen bei Krebspatienten adressieren und befindet sich nun in der frühen Phase der klinischen Entwicklung.

Parallel zum Fortschritt in der Forschung strafft Sanofi seine Strukturen am wichtigen US-Standort Massachusetts. Laut Berichten von STAT News vor knapp zwei Wochen entlässt der Konzern dort mehr als 200 Mitarbeiter.

Dieser Schritt erfolgt rund ein Jahr nach der 9,1 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Blueprint Medicines. Solche Anpassungen gelten in der Branche nach Großakquisitionen als üblicher Prozess, um Synergien zu heben und Doppelstrukturen innerhalb der neu geformten Geschäftseinheiten abzubauen.

Impfstoff-Entwicklung und solide Quartalszahlen

Über die Krebsforschung hinaus treibt Sanofi sein Impfstoffgeschäft voran. Ein Update der Studiendaten zeigt Fortschritte bei einer Phase-1/2-Untersuchung für einen H5N8-Grippeimpfstoff. Dabei wird ein auf Eibasis hergestelltes Vakzin in verschiedenen Dosierungen in Kombination mit dem Wirkverstärker Matrix-M getestet. Die klinischen Daten wurden zuletzt am 19. August aktualisiert und untermauern die Ambition des Konzerns, seine führende Rolle bei Infektionskrankheiten durch innovative Adjuvans-Technologien zu verteidigen.

Operativ präsentierte sich Sanofi bereits im abgelaufenen Vierteljahr robust. Ende Juli meldete der Konzern für das zweite Quartal einen bereinigten Gewinn von 2,39 Dollar pro Aktie, womit die Markterwartungen deutlich übertroffen wurden. Auch der Umsatz lag mit 13,25 Milliarden Dollar über den Prognosen.

Infolgedessen hob die Konzernführung die Prognose für das Gesamtjahr 2026 an und erwartet nun ein Umsatzwachstum von etwa 10 Prozent bei konstanten Wechselkursen. Bis zum Jahr 2030 strebt Sanofi zudem einen Umsatz von rund 25 Milliarden Euro mit dem Blockbuster-Medikament Dupixent an.

Marktposition und Analystenstimmen

Am Aktienmarkt notierte das Papier am Freitag mit 77,32 Euro nahezu unverändert. Damit bewegt sich der Kurs derzeit in unmittelbarer Nähe zum gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, der bei 77,10 Euro verläuft. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie jedoch ein Minus von 6,8 Prozent, was die Bedeutung neuer Wachstumsimpulse durch die klinische Pipeline unterstreicht, um das Vertrauen der Anleger nachhaltig zurückzugewinnen.

Die jüngsten operativen und strategischen Schritte stoßen bei Experten auf ein positives Echo. Die Analysten der Deutschen Bank haben ihre Einstufung am Dienstag auf „Buy“ belassen. Auch die Berenberg Bank bestätigte am 21. August ihre Kaufempfehlung für die Sanofi-Papiere.

Demgegenüber steht eine leichte Zielpreisanpassung durch Morgan Stanley am 10. August auf 82 Euro, wobei das Haus grundsätzlich an der Beobachtung der langfristigen Entwicklungspotenziale festhält.