Sanofi, ING und BASF: Drei Dividendensäulen für die private Aktienrente

Sanofi, ING und BASF bieten Anlegern attraktive Dividendenrenditen über 4%. Während Sanofi und ING solide Fundamentaldaten vorweisen, steht BASF vor einem anspruchsvollen Turnaround.

Sanofi Aktie
Kurz & knapp:
  • Sanofi plant 31. Dividendensteigerung in Folge
  • ING mit hoher Ausschüttungsrendite von fast 5%
  • BASF zahlt seit 26 Jahren ununterbrochen Dividende
  • Alle drei Werte liegen über der Rendite von Bundesanleihen

Europäische Dividenden erreichen 2026 ein neues Rekordniveau. Nach Berechnungen von Allianz Global Investors dürften die Ausschüttungen im Stoxx Europe 600 auf rund 454 Milliarden Euro steigen — vier Prozent mehr als im Vorjahr. Für Anleger, die das Prinzip des staatlichen Generationenkapitals ins eigene Depot übertragen wollen, lohnt ein genauer Blick auf drei EuroStoxx-Schwergewichte mit überdurchschnittlicher Dividendenrendite.

Alle drei Werte — Sanofi, ING Groep und BASF — liegen deutlich über dem Niveau zehnjähriger Bundesanleihen von aktuell rund 2,60 Prozent. Und der Renditevorsprung von Dividendenaktien ist kein kurzfristiges Phänomen: Über zehn Jahre liegt der Zuwachs im europäischen Performanceindex 72 Prozentpunkte über dem des reinen Kursindex. Dividenden wirken als stiller Renditetreiber.

Sanofi: 31 Erhöhungen in Folge in Sicht

Der französische Pharmariese liefert, was Langfristanleger suchen: Berechenbarkeit. Ende Januar schlug der Vorstand eine Dividende von 4,12 Euro je Aktie vor — nach 3,92 Euro im Vorjahr. Stimmt die Hauptversammlung zu, wäre es die 31. aufeinanderfolgende Anhebung. Die Ausschüttung ist für den 7. Mai 2026 geplant.

Mit einer Dividendenrendite von aktuell 4,82 Prozent und einer Ausschüttungsquote von rund 51 Prozent bleibt ausreichend Spielraum für weitere Steigerungen. Über fünf Jahre lag das jährliche Dividendenwachstum bei 4,5 Prozent.

Operativ läuft es rund. Das Geschäftsjahr 2025 brachte ein Umsatzplus von 9,9 Prozent bei konstanten Wechselkursen, der Gewinn je Aktie legte sogar um 15 Prozent zu. Haupttreiber bleibt Dupixent, das Blockbuster-Medikament aus der Immunologie. Im dritten Quartal 2025 knackte es erstmals die Vier-Milliarden-Euro-Marke beim Quartalsumsatz. Anfang 2026 folgten weitere Zulassungserfolge:

  • USA: FDA-Zulassung für allergische Pilzrhinosinusitis — damit ist Dupixent nun für neun Indikationen zugelassen
  • Japan: Erste zielgerichtete Therapie für Erwachsene mit Bullösem Pemphigoid
  • Ausblick 2026: Hohes einstelliges Umsatzwachstum erwartet, ergänzt durch ein Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro

Das Bewertungsniveau überrascht: Ein KGV von rund 8 ist für einen Pharmariesen dieser Qualität ungewöhnlich niedrig. Das zentrale Risiko liegt im Patentablauf von Dupixent 2031, wenn Biosimilar-Konkurrenz droht. Die Pipeline-Kandidaten — allen voran Amlitelimab — müssen bis dahin liefern.

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ING Groep: Digitale Stärke trifft Ausschüttungsfreude

Die niederländische Großbank verbindet etwas, das im Bankensektor selten zusammenkommt: hohes Wachstumstempo und großzügige Aktionärsrendite. Mit einer Dividendenrendite von 4,98 Prozent bei einem Kurs von 78,71 Euro gehört ING zu den freigiebigsten Titeln im EuroStoxx.

Das Geschäftsjahr 2025 untermauert diese Positionierung. ING erzielte ein Nettoergebnis von 6,33 Milliarden Euro bei einer Eigenkapitalrendite von 13,2 Prozent. Das Kreditvolumen wuchs um acht Prozent, die Einlagen um sechs Prozent. Besonders stark entwickelten sich die Provisionserträge mit einem Plus von 15 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. Die Zahl der mobilen Primärkunden stieg um über eine Million auf 15,4 Millionen — ein Beleg für die digitale Zugkraft der Plattform.

Bei der Kapitalrückgabe zeigt sich ING ambitioniert. Neben der finalen Dividende von 0,736 Euro je Aktie für 2025 kündigte die Bank zusätzliche Ausschüttungen von 3,6 Milliarden Euro an, darunter ein laufendes Rückkaufprogramm über 1,1 Milliarden Euro. Die harte Kernkapitalquote (CET1) von 13,1 Prozent signalisiert dabei solide Puffer.

Die Ziele für 2026 und darüber hinaus klingen ehrgeizig: Das Gesamteinkommen soll auf 24 Milliarden Euro steigen, die Rendite auf das materielle Eigenkapital über 14 Prozent liegen. Provisionserträge sollen um fünf bis zehn Prozent wachsen.

Kein Wunder also, dass ING bei dividendenorientierten Anlegern beliebt ist. Das Hauptrisiko bleibt das Zinsumfeld. Senkt die EZB die Leitzinsen stärker als eingepreist, könnte die Zinsmarge unter Druck geraten. Die breite internationale Aufstellung — ING ist in über 40 Ländern aktiv — federt dieses Risiko teilweise ab.

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BASF: Substanz mit Fragezeichen beim Cashflow

Beim Ludwigshafener Chemieriesen liegt der Fall anders als bei Sanofi oder ING. BASF bietet eine attraktive Dividendenrendite von 4,42 Prozent und eine bemerkenswerte Ausschüttungskontinuität — seit 26 Jahren zahlt der Konzern ununterbrochen. Die Dividende bleibt bei 2,25 Euro je Aktie stabil, die Auszahlung ist für den 6. Mai 2026 geplant. Bis mindestens 2028 hat sich das Management auf diese Mindestdividende festgelegt.

Allerdings steckt BASF mitten in einem schmerzhaften Umbau. Das bereinigte EBITDA sank 2025 auf 6,6 Milliarden Euro — nach 7,2 Milliarden im Vorjahr. Die eigene Prognose wurde verfehlt. Als Reaktion verschärfte der Konzern seine Sparmaßnahmen und hob das Kosteneinsparungsziel auf 2,3 Milliarden Euro an. Immerhin: Die Zwischenziele für 2025 wurden mit realisierten jährlichen Einsparungen von 1,7 Milliarden Euro übertroffen.

Parallel treibt BASF die Portfoliobereinigung voran:

  • Coatings-Sparte: Abspaltung eingeleitet
  • Agricultural Solutions: Börsengang bis 2027 geplant
  • Aktienrückkauf: Programm über 1,5 Milliarden Euro stützt den Kurs

Der Ausblick für 2026 bleibt verhalten. Das EBITDA vor Sondereinflüssen soll zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro liegen — eine breite Spanne, die Unsicherheit widerspiegelt. Ein kritischer Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit: Der freie Cashflow lag 2025 bei nur 1,34 Milliarden Euro und deckt die Gesamtausschüttung von rund zwei Milliarden Euro nicht vollständig. Wer hier investiert, setzt auf eine Erholung des globalen Chemiezyklus und darauf, dass die Restrukturierung ab der zweiten Jahreshälfte 2026 greift.

Dreiergespann mit unterschiedlichen Risikoprofilen

Sanofi, ING Groep und BASF ergänzen sich im Dividendendepot auf mehreren Ebenen. Der Pharmakonzern liefert konjunkturunabhängige Cashflows und stetiges Dividendenwachstum. Die niederländische Bank bringt dynamisches Ergebniswachstum und eine der höchsten laufenden Renditen im europäischen Finanzsektor mit. BASF fügt eine zyklische Komponente hinzu — mit dem Potenzial, bei einer Chemieerholung überproportional zu profitieren.

Der historische „Sweetspot“ für nachhaltige Dividendenrenditen liegt bei 2,5 bis 4,5 Prozent. Alle drei Werte bewegen sich in diesem Korridor oder knapp darüber. Bei Sanofi und ING stimmt die Deckung durch operative Gewinne und Cashflows. Bei BASF ist die Lage angespannter — hier braucht es Vertrauen in den Turnaround.

Wer die Logik des staatlichen Generationenkapitals auf das eigene Depot übertragen will, findet in diesen drei EuroStoxx-Titeln unterschiedliche Bausteine für eine private Aktienrente. Entscheidend bleibt die Beobachtung: Dupixents Pipeline-Nachfolge bei Sanofi, das Zinsumfeld für ING und BASFs Weg zurück zu einem Cashflow, der die Dividende aus eigener Kraft trägt.

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