Die spanische Großbank Santander hat grünes Licht für einen der wichtigsten Deals des Jahres erhalten. Die polnische Finanzaufsicht KNF erteilte der österreichischen Erste Group Bank alle regulatorischen Genehmigungen für die Übernahme von zwei Santander-Töchtern in Polen. Der Abschluss der 7-Milliarden-Euro-Transaktion wird für Mitte Januar erwartet.

Konkret verkauft Santander seinen beherrschenden 49-Prozent-Anteil an der Santander Bank Polska sowie die 50-Prozent-Beteiligung an Santander TFI an die Erste Group. Auch die kartellrechtliche EU-Genehmigung liegt vor. Im Gegenzug erhält Santander 100 Prozent an der polnischen Consumer Bank zurück. Die spanische Bank zieht sich damit faktisch aus dem polnischen Retailgeschäft zurück und konzentriert ihre Kräfte auf andere Märkte.

Strategischer Rückzug mit Kompensation

Was bedeutet dieser Deal für Santander? Die Bank gibt eine hochprofitable Tochter ab – immerhin die drittgrößte Bank Polens mit über 8 Prozent Marktanteil. Dafür erhält das Institut nicht nur 7 Milliarden Euro in bar, sondern sichert sich auch die volle Kontrolle über das Consumer-Geschäft. Zusätzlich vereinbarten beide Seiten eine strategische Kooperation in ausgewählten Regionen.

Die Mittel aus dem Verkauf nutzt Santander zur Stärkung der Eigenkapitalquote. Das zeigt ein parallel veröffentlichter Kapitalmaßnahmen-Bericht: Die Bank hat gerade ihr jüngstes Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen und dabei 196 Millionen eigene Aktien vernichtet.

Rückkaufprogramm läuft auf Hochtouren

Santander investierte das maximale Volumen von 1,7 Milliarden Euro in den Aktienrückkauf und reduzierte damit das Grundkapital um 1,32 Prozent. Die Europäische Zentralbank genehmigte die Maßnahme bereits am 24. Juli 2025. Nach der Kapitalherabsetzung beläuft sich das Aktienkapital auf 7,34 Milliarden Euro, verteilt auf knapp 14,7 Milliarden Aktien.

Die letzten Transaktionen erfolgten zwischen dem 18. und 22. Dezember zu gewichteten Durchschnittspreisen zwischen 9,91 und 9,97 Euro je Aktie. Seit 2021 hat die Bank neun Rückkaufprogramme durchgeführt und dabei insgesamt 15,3 Prozent der ausstehenden Aktien zurückgekauft. Das Volumen der Kapitalherabsetzungen summiert sich auf 1,33 Milliarden Euro.

Durch die Verringerung der Aktienzahl steigt der Gewinn je Aktie mechanisch an – ein klassischer Mechanismus zur Steigerung der Aktionärsrendite. Die Bank finanziert die Rückkäufe aus eigenen Mitteln, ohne dass Ausschüttungen an die Aktionäre erfolgen. Stattdessen wird eine Reserve für amortisiertes Kapital gebildet.