Die spanische Großbank reduziert ihre Beteiligung an der ehemaligen polnischen Tochter weiter. Am Donnerstag werden 3,58 Millionen Aktien der Santander Bank Polska zum Stückpreis von 482 polnischen Zloty platziert – das entspricht einem Erlös von 407,9 Millionen Euro. Der Anteil am Grundkapital schrumpft damit um weitere 3,5 Prozent.

Nach der Transaktion hält Santander nur noch rund 9,7 Prozent an der polnischen Bank. Zu Jahresbeginn hatte das Finanzhaus bereits rund 49 Prozent an die österreichische Erste Group verkauft. Die verbliebene Restbeteiligung unterliegt einer 90-tägigen Haltefrist.

Britische Tochter besteht Stresstest mit Bravour

Während sich Santander aus Polen zurückzieht, überzeugt die britische Einheit mit soliden Kapitalkennzahlen. Die Santander UK hat den Stresstest der Bank of England deutlich gemeistert. Die harte Kernkapitalquote (CET1) fiel im ungünstigsten Szenario von 14,8 Prozent auf 10,3 Prozent nach Managementmaßnahmen – weit über der Mindestanforderung von 6,9 Prozent.

Die Leverage Ratio sank von 4,9 auf 3,9 Prozent und liegt damit komfortabel über dem geforderten Mindestwert von 3,25 Prozent. Über einen Fünf-Jahres-Zeitraum prüfte die Notenbank die Kapitalwiderstandsfähigkeit der Bank. Das Ergebnis: Santander UK muss keine zusätzlichen Kapitalmaßnahmen ergreifen.

Strategischer Umbau schreitet voran

Die Verkäufe in Polen fügen sich in eine breitere Umstrukturierung ein. Mit den Erlösen stärkt Santander die Bilanz und kann Mittel in strategisch wichtigere Märkte umschichten. Die starke Performance der britischen Tochter unterstreicht dabei die unterschiedliche Bedeutung einzelner Landesgesellschaften für den Konzern.