Santhera Pharmaceuticals greift in Zentralasien an. Der Schweizer Spezialist für seltene Krankheiten baut den Vertrieb seines Hoffnungsträgers Agamree massiv aus. Davon profitieren künftig Patienten in Regionen weit abseits der europäischen Kernmärkte.

Partner übernimmt Vertrieb

Der Partner Biomedica übernimmt den exklusiven Vertrieb in fünf neuen Märkten. Die Vereinbarung deckt nun auch Georgien, Kasachstan, Belarus, Aserbaidschan und Usbekistan ab. Die Kooperation besteht bereits seit Oktober 2025 und wächst nun deutlich an.

Santhera setzt dabei auf ein bewährtes Modell. Das Unternehmen nutzt die Infrastruktur des Partners in regulatorisch komplexen Ländern. Im Gegenzug erhalten die Schweizer einen festen Anteil am Nettoumsatz. Das spart hohe Kosten für einen eigenen Außendienst vor Ort.

Marktchancen im Kaukasus

In den neu erschlossenen Gebieten leben schätzungsweise 2.000 Patienten mit Duchenne-Muskeldystrophie. Agamree dient dort als moderne Alternative zu herkömmlichen Steroiden. Vor allem die geringere Nebenwirkungslast für Kinder ab zwei Jahren steht im Fokus.

Anleger quittierten die Nachricht am Dienstag mit einem Kursrückgang. Das Papier notierte an der Swiss Exchange bei 14,55 Franken. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie dennoch ein Plus von 16,35 Prozent.

Bewertung und Liquidität

Die aktuelle Marktkapitalisierung beläuft sich auf rund 226 Millionen Franken. Analysten taxieren das Verhältnis von Unternehmenswert zu Umsatz für 2026 auf 2,68x. Diese Kennzahl unterstreicht die Zuversicht des Marktes in den globalen Rollout.

Der Fokus verschiebt sich nun auf die operative Umsetzung. Marktteilnehmer achten besonders darauf, wie schnell die Beteiligungen aus Zentralasien den Cashflow stärken. Santhera treibt parallel dazu den eigenständigen Rollout in großen Märkten wie Spanien voran.