Operativ treibt SAP sein globales Netzwerk mit Nachdruck voran. An der Börse herrscht hingegen Skepsis. Der Softwarekonzern eröffnet ein neues Rechenzentrum im indischen Mumbai, um die wachsenden Anforderungen an vernetzte Lieferketten zu bedienen. Damit reagiert das Management direkt auf strenge lokale Vorgaben.
Milliarden-Transaktionen lokal sichern
Der neue Standort stärkt das sogenannte SAP Business Network. Über diese Plattform wickelt der Konzern jährlich ein massives Handelsvolumen ab. Es liegt bei über 6,4 Billionen US-Dollar. Transaktionen aus 190 Ländern fließen hier zusammen.
Indien fordert zunehmend, Daten zwingend im eigenen Land zu speichern. Für globale Anbieter ist das eine harte Hürde. SAP erfüllt mit dem Ausbau nun diese Vorgaben der indischen Behörden. Im Jahr 2026 will der Konzern weitere Funktionen für Lieferketten freischalten.
Parallel dazu wächst das Partner-Netzwerk. Der IT-Dienstleister Cygnet.One übernimmt die Mehrheit an TechPoint Business Solution. TechPoint sitzt in Pune und baut bei Kunden komplexe SAP-Systeme ein. Dieser Zukauf belegt die hohe Nachfrage nach technischer Beratung im Industriesektor.
Analysten sehen Aufholpotenzial
An der Börse spiegelt sich das operative Wachstum kaum wider. Am Freitag notiert die SAP-Aktie bei 140,40 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 30 Prozent auf der Kurstafel. Der Kurs nähert sich bedrohlich dem 52-Wochen-Tief.
Die technische Lage bleibt angespannt. Das Papier notiert knapp sechs Prozent unter der wichtigen 50-Tage-Linie. Der langfristige 200-Tage-Durchschnitt verläuft weit entfernt. Die Folge: Ein wichtiger Aufwärtstrend brach kürzlich weg.
Marktbeobachter bleiben trotzdem optimistisch. Sie verweisen auf die tiefe Verankerung der Software in den Unternehmen. Komplexe Kernsysteme lassen sich kaum kurzfristig ersetzen. Daher rufen Analysten im Schnitt Kursziele zwischen 215 und 221 Euro aus.
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