Europäische Softwareaktien haben am Montag kräftig zugelegt. SAP führte die Bewegung im Dax an — und beendete den Handel bei 168,18 Euro, ein Tagesplus von rund 7,5 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss.
Charttechnik: Widerstand gebrochen, Hürden bleiben
Der Kursanstieg hat eine kurzfristig beachtete Marke zurückerobert. Die 160-Euro-Schwelle hatte Mitte April und Mitte Mai als technischer Widerstand gegolten. Mit dem heutigen Schlusskurs liegt SAP nun auch klar über dem 50-Tage-Durchschnitt von rund 148 Euro.
Das Gesamtbild bleibt dennoch angespannt. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie noch immer rund 17 Prozent. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 191 Euro — knapp zwölf Prozent über dem aktuellen Kurs. Der RSI von 75,8 signalisiert überkaufte Bedingungen. Der heutige Sprung ist ein Entspannungssignal, aber noch keine bestätigte Trendwende.
KI-Boom als Treiber — nicht als Sonderfall
Hinter der Bewegung steckt kein neues Unternehmensereignis. Nemetschek und Teamviewer legten parallel zu. Der Markt setzt darauf, dass der KI-Boom die Geschäftsmodelle von Softwareherstellern nicht nur bedroht, sondern auch Chancen eröffnet. SAP profitiert dabei von seiner Positionierung im Cloud- und Enterprise-Segment.
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Die Fundamentaldaten liefern dafür eine Grundlage. Im ersten Quartal 2026 meldete SAP einen Cloud-Backlog von 21,9 Milliarden Euro, ein Anstieg von 25 Prozent auf währungsbereinigter Basis. Der Cloud-Umsatz wuchs um 27 Prozent, die Erlöse der Cloud ERP Suite sogar um 30 Prozent — jeweils währungsbereinigt.
Rückkaufprogramm als Kursanker
Ein weiterer Faktor stützt die Aktie im Hintergrund. SAP kauft bis spätestens Ende Juli 2026 eigene Aktien im Volumen von bis zu 2,6 Milliarden Euro zurück. Bislang erwarb der Konzern rund 16,3 Millionen Aktien zu einem Durchschnittspreis von 161 Euro.
Ob die Erholung trägt, entscheidet sich in den nächsten Handelstagen. SAP muss die zurückeroberten Niveaus verteidigen — und die breitere Nachfrage nach Software- und Cloud-Titeln muss anhalten. Erst dann rückt der 200-Tage-Durchschnitt als nächste realistische Zielmarke ins Bild.
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