SAP Aktie: Eingetrübte Erwartungen!

SAP verfehlt sein Cloud-Wachstumsziel und meldet zwei kritische Sicherheitslücken, was den Aktienkurs auf ein Jahrestief drückt. Das Unternehmen stemmt sich mit einem Aktienrückkauf dagegen.

SAP Aktie
Kurz & knapp:
  • Cloud-Vertragsbestand verfehlt eigenes Ziel
  • Zwei kritische Sicherheitslücken aufgedeckt
  • Aktienkurs nahe 52-Wochen-Tief
  • 10-Milliarden-Rückkaufprogramm gestartet

Verfehltes Cloud-Ziel, kritische Sicherheitslücken — und ein Kurs nahe am 52-Wochen-Tief. SAP kämpft gerade an zwei Fronten gleichzeitig. Das Vertrauen der Anleger hat merklich gelitten: Seit Jahresbeginn verlor die Aktie rund 18 Prozent an Wert.

Cloud-Verfehlung mit Signalwirkung

Das Geschäftsjahr 2025 lieferte auf den ersten Blick beeindruckende Zahlen: Der Cloud-Umsatz wuchs um 23 Prozent auf 21 Milliarden Euro, der Nettogewinn verdoppelte sich auf 7,5 Milliarden Euro. Trotzdem reagierten Anleger verhalten. Der Grund: Der kurzfristige Cloud-Vertragsbestand verfehlte das eigene Ziel um einen Prozentpunkt.

Ein kleines Minus — aber mit großer Signalwirkung. Das Cloud-Geschäft gilt als wichtigster Wachstumstreiber, und Investoren hatten hohe Erwartungen an S/4HANA Cloud und RISE with SAP gestellt. Hinzu kommen branchenweite Sorgen, dass KI-Anwendungen klassische Softwaremodelle strukturell unter Druck setzen könnten.

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Patchday mit zwei kritischen Lücken

Am 10. März veröffentlichte SAP seinen regulären Security Patchday — diesmal mit 15 neuen Sicherheitshinweisen, darunter zwei mit der Einstufung „Critical“ (CVSS-Score über 9,0).

Eine Schwachstelle betrifft die SAP Quotation Management Insurance Application und ermöglicht über eine Log4j-Lücke das Einschleusen und Ausführen von Schadcode aus dem Netzwerk. Die zweite kritische Lücke im NetWeaver Enterprise Portal (CVE-2026-27685, CVSS 9.1) erlaubt das Hochladen schädlicher Inhalte durch berechtigte Nutzer — mit starkem Einfluss auf Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit des Hostsystems. Betroffen sind Linux-, UNIX- und Windows-Umgebungen.

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Rückkaufprogramm als Gegengewicht

SAP stemmt sich aktiv gegen den Kursrückgang. Das im Februar gestartete Aktienrückkaufprogramm über 10 Milliarden Euro läuft bis Ende 2027 — Anfang März kaufte das Unternehmen bereits 50.000 eigene Aktien zwischen 163 und 173 Euro zurück. Der Cloud-Gesamtbacklog von 77,3 Milliarden Euro (+22 %) und ein Free Cashflow von 8,24 Milliarden Euro (+95 %) zeigen, dass die fundamentale Basis trotz Stimmungsdelle intakt ist.

Auf der KI-Seite hat SAP mit dem Joule-Copiloten und über 2.400 Joule Skills bereits erste Skalierungserfolge erzielt. Seit Anfang des Jahres ist zudem der Joule Studio Agent Builder allgemein verfügbar, mit dem Unternehmen eigene KI-Agenten auf Basis von SAPs Geschäftswissen entwickeln können.

Der nächste konkrete Prüfstein ist der 23. April 2026 — dann legt SAP die Zahlen für das erste Quartal vor. Gelingt dort der Nachweis, dass das Cloud-Wachstum wieder Fahrt aufnimmt, könnte sich das Bild für die Aktie spürbar aufhellen.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.