SAP Aktie: Ernüchterung allenthalben

Trotz milliardenschwerem Aktienrückkauf verliert die SAP-Aktie weiter an Wert. Die Unsicherheit bei Industriekunden durch US-Importzölle belastet das Cloud-Geschäft.

SAP Aktie
Kurz & knapp:
  • Rückkaufprogramm von bis zu 10 Milliarden Euro läuft
  • US-Importzölle belasten wichtige Industriekunden
  • Analysten senken Kursziele für SAP-Aktie
  • Übernahme von Reltio soll KI-Strategie stärken

Ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro — und trotzdem gibt der Kurs nach. SAP steckt in einem Dilemma, das weniger mit dem eigenen Geschäft als mit dem Umfeld seiner Kunden zu tun hat.

Das direkte Exposure gegenüber US-Importzöllen ist beim Walldorfer Softwarekonzern überschaubar: Cloud-Software lässt sich nicht verzollen. Das Problem sitzt eine Ebene tiefer. Industrieunternehmen, traditionell zu den wichtigsten SAP-Kunden zählend, geraten durch die neuen US-Importaufschläge unter Druck. Nachdem der Supreme Court die bisherigen IEEPA-Zölle kippte, verhängte die Trump-Regierung auf Basis des Trade Act von 1974 neue Abgaben von zunächst 10 Prozent — mit angekündigtem Anstieg auf 15 Prozent. Die Folge: Industriekunden könnten teure Cloud-Migrationen verschieben und IT-Budgets kürzen.

Kursverlust trotz Kapitalrückfluss

Auf Jahressicht steht die SAP-Aktie rund 30 Prozent im Minus und notiert fast die Hälfte unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Das seit Februar laufende Rückkaufprogramm — bis Juli 2026 sollen eigene Anteile im Wert von bis zu 2,6 Milliarden Euro zurückgekauft werden — konnte den Abwärtstrend bislang nicht bremsen. Das übergeordnete Programm läuft bis Ende 2027 und hat ein Gesamtvolumen von zehn Milliarden Euro, wovon jährlich 1,5 bis 2 Milliarden Euro auf aktienbasierte Vergütung entfallen.

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Analysten reagieren unterschiedlich auf die Gemengelage. Barclays-Analyst Sven Merkt senkte das Kursziel von 240 auf 220 Euro, behielt jedoch die Einstufung „Overweight“ bei. JPMorgan ging weiter: Das Kursziel fiel von 260 auf 175 Euro, die Einstufung wechselte von „Overweight“ auf „Neutral“ — mit Verweis auf gestiegene Wettbewerbsrisiken durch KI-Anwendungen.

Reltio-Übernahme und der 23. April

Ende März kündigte SAP die Übernahme von Reltio an, einem Anbieter von Master-Data-Management-Software. Das Ziel: Kunden sollen ihre SAP- und Nicht-SAP-Daten KI-fähig machen können. Die Transaktion soll die SAP Business Data Cloud stärken — ein Kernstück der KI-First-Strategie. Finanzielle Details nannte SAP nicht; der Abschluss wird für das zweite oder dritte Quartal 2026 erwartet.

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Die BDC hat bislang Anlaufschwierigkeiten. Eine Dezember-Studie der Anwendergruppe DSAG ergab, dass 83 Prozent ihrer Mitglieder mit dem Produkt kaum oder gar nicht vertraut sind. Die Reltio-Integration soll das ändern — ob das gelingt, werden die Nutzerzahlen der kommenden Quartale zeigen.

Bis dahin gilt Quiet Period: Das Management äußert sich nicht zur laufenden Geschäftsentwicklung. Am 23. April legt SAP die Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 1,64 Euro — für das Gesamtjahr liegt die Konsensschätzung bei 7,31 Euro. Bleibt das Cloud-Wachstum stabil und tragen KI-Funktionen messbar zu neuen Abschlüssen bei, dürfte der Druck auf die Aktie nachlassen. Verfehlen die Zahlen die Erwartungen, wird auch das laufende Rückkaufprogramm wenig ausrichten können.

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