Knapp 30 Prozent Kursverlust seit Jahresbeginn — und jetzt steht die Hauptversammlung an. SAP lädt seine Aktionäre am 5. Mai zur virtuellen HV, während der Konzern gleichzeitig mit einem der schwierigsten Kursumfelder seiner jüngeren Geschichte kämpft.
Dividende steigt, Kurs fällt
Der Vorstand hält trotzdem Kurs bei der Ausschüttungspolitik. SAP schlägt eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie vor — 0,15 Euro mehr als im Vorjahr. Die Auszahlung folgt am 8. Mai. Seit dem Börsengang 1998 hat SAP die Dividende nie gesenkt. Das ist ein starkes Signal, auch wenn es den Kursrückgang nicht abfedert.
Das eigentliche Problem liegt tiefer. Der Cloud-Ausblick für 2026 enttäuschte die Märkte bereits bei den Q4-Zahlen. Siemens überholte SAP daraufhin als wertvollstes DAX-Unternehmen. Obendrein belastet die US-Zollpolitik das produzierende Gewerbe — ausgerechnet eine der wichtigsten Kundengruppen des Walldorfer Konzerns. Wenn Industrieunternehmen ihre Kosten drücken, werden teure ERP-Migrationen in die Cloud schnell gestrichen.
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Q1-Zahlen als erster Test
Noch vor der HV liefert SAP einen wichtigen Datenpunkt. Am 23. April veröffentlicht der Konzern seine Quartalszahlen. Analysten schauen vor allem auf den Current Cloud Backlog — den Frühindikator für künftige Umsätze aus bereits abgeschlossenen Cloud-Verträgen. Zuletzt lag er bei 21,05 Milliarden Euro. SAP selbst rechnet mit einem währungsbereinigten Wachstum von 23 bis 25 Prozent im laufenden Jahr.
Wie stark das tatsächliche Momentum ausfällt, wird die Stimmung auf der HV maßgeblich prägen.
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Rückkaufprogramm und Analystentag
Parallel läuft ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm. Bis Ende 2027 will SAP bis zu 10 Milliarden Euro einsetzen — etwa 1,5 bis 2 Milliarden Euro davon fließen jährlich in aktienbasierte Mitarbeitervergütung, der Rest geht an die Aktionäre zurück.
Im Mai folgt außerdem eine Finanzanalystenkonferenz im Rahmen von SAP Sapphire in Orlando. Vorstandspräsentationen, Breakout-Sessions und eine Q&A-Runde stehen auf dem Programm. Institutionelle Investoren erhalten dort die Chance, den Cloud-Ausblick direkt zu hinterfragen — ein Termin, der nach dem turbulenten ersten Quartal besonderes Gewicht bekommt.
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