Der Softwarekonzern vollzieht einen weitreichenden Strategiewechsel hin zu autonomer Künstlicher Intelligenz und verabschiedet sich vom klassischen Abo-Modell. Diese Ankündigung trifft am Donnerstag auf einen denkbar schwachen Markt: Die Papiere markieren bei exakt 159,34 Euro ihr neues 52-Wochen-Tief. Der Kontrast zwischen technologischer Vision und der harten Realität zögerlicher Bestandskunden prägt die aktuelle Lage.
Autonome Agenten statt reiner Assistenz
Im Zentrum der Neuausrichtung steht eine vertiefte Partnerschaft mit dem Chip-Giganten Nvidia. SAP integriert das neue Nvidia Agent Toolkit, um sogenannte agentische KI in die Unternehmensprozesse einzubinden. Diese Systeme sollen Anwendern nicht nur assistieren, sondern komplexe Aufgaben in Bereichen wie Logistik oder Finanzwesen eigenständig ausführen. Durch neue Frameworks sollen die Abfragekosten für die zugrundeliegenden KI-Modelle gleichzeitig um mehr als 50 Prozent sinken.
Neues Bezahlmodell trifft auf Migrationsstau
Parallel zur technologischen Aufrüstung ändert SAP die Monetarisierung. Kunden zahlen künftig nicht mehr für pauschale Nutzerlizenzen, sondern für die tatsächliche Nutzung und den generierten Output der KI-Agenten. Um die technische Umsetzung bei den Anwendern zu beschleunigen, schickt das Unternehmen nun vermehrt eigene Ingenieure direkt zu den Kunden vor Ort.
Dieser Vorstoß auf Kundenebene hat einen konkreten Hintergrund. Das wichtige Cloud-Migrationsprogramm „RISE with SAP“ hinkt den Zielen für 2025 um rund zwei Milliarden Euro hinterher. Gleichzeitig lagen die Einnahmen aus dem Support für alte On-Premise-Systeme mit 10,5 Milliarden Euro deutlich über dem angepeilten Wert. Bis Ende 2024 hatten erst 39 Prozent der rund 35.000 Bestandskunden des Kernprodukts ECC den Umstieg auf das neuere System S/4HANA eingeleitet.
Die Zeit drängt
Der Druck auf die Kundenbasis wächst, da der reguläre Support für die alte ECC-Plattform im Jahr 2027 ausläuft. Analysten von Gartner prognostizieren jedoch, dass selbst 2030 noch über 10.000 Kunden die veraltete Software nutzen könnten. SAP muss nun beweisen, dass die neuen autonomen KI-Funktionen ausreichend funktionalen Mehrwert bieten, um diesen massiven Migrationsstau aufzulösen und den seit Jahresbeginn um über 21 Prozent gefallenen Aktienkurs fundamental zu stützen.
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