SAP hat am Mittwoch eine neue Partnerschaft mit NTT Data bekanntgegeben: SuccessFactors und der KI-Assistent Joule fließen in das Programm „Global People and Culture Transformation“ des japanischen IT-Dienstleisters ein. Der Schritt reiht sich in eine Serie von Vorstößen ein, mit denen SAP seine KI-Werkzeuge tiefer in die Personalsoftware großer Kunden einbettet.

Die Meldung fällt in eine Phase, in der sich SAP nach den jüngsten Quartalszahlen neu sortiert. Ende Juli hatte der Konzern für das zweite Quartal einen Anstieg des Cloud-Backlogs um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro gemeldet, die Cloud-Erlöse legten um 22 Prozent zu, währungsbereinigt sogar um 24 Prozent. Die Cloud-ERP-Suite wuchs währungsbereinigt um 27 Prozent. Der Gesamtumsatz stieg um 9 Prozent.

Guidance leicht gesenkt wegen Zukäufen

Gleichzeitig musste SAP seinen Ausblick für das Non-IFRS-Betriebsergebnis 2026 minimal nach unten anpassen, von zuvor 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro auf nun 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro. Grund ist die Verwässerung durch die Übernahmen von Dremio und Prior Labs, die zusammen mit über 100 Millionen Euro auf das Ergebnis drücken sollen.

Trotz der Kürzung entspricht die Spanne weiterhin einem Wachstum von 13 bis 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 10,42 Milliarden Euro. Für den Cloud-Umsatz peilt SAP währungsbereinigt 25,8 bis 26,2 Milliarden Euro an, ein Plus von 23 bis 25 Prozent.

Die beiden Zukäufe sind inzwischen vollzogen. Dremio, ein Anbieter einer offenen Data-Lakehouse-Plattform, wurde bereits Anfang Juli integriert, das Freiburger KI-Unternehmen Prior Labs kam Ende Juli hinzu.

Das Bundeskartellamt hatte beide Transaktionen bereits im Vorprüfverfahren freigegeben. Mit den Zukäufen baut SAP sein Angebot im Bereich Datenmanagement und agentische KI gezielt aus – ein Feld, in dem der Konzern nach eigenem Bekunden kräftig investiert, was die Marge kurzfristig belastet.

Aktienrückkäufe laufen weiter

Parallel zur strategischen Expansion setzt SAP sein Rückkaufprogramm fort. In der ersten Augustwoche erwarb der Konzern rund 2,9 Millionen Aktien zu einem Durchschnittskurs von 169,72 Euro, in der Woche darauf kamen weitere 50.000 Stück hinzu, die täglich in Tranchen von 10.000 Aktien über Xetra gekauft wurden. Insgesamt umfasst das laufende Programm mittlerweile mehr als 5,1 Millionen Aktien.

Der Kurs hat sich seit dem Rückkaufstart deutlich erholt: Am Montag notiert die SAP-Aktie bei 187,64 Euro, ein Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss von 186,70 Euro.

Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Zuwachs von 33 Prozent zu Buche. Zum bisherigen Jahreshoch von 242,00 Euro, erreicht im Oktober vergangenen Jahres, fehlen der Aktie dennoch noch 22 Prozent.

Bei den Analysten zeigt sich ein gemischtes Bild. Berenberg senkte am Freitag vergangener Woche das Kursziel von 215 auf 205 Euro, bestätigte aber die Einstufung „Buy“. Die Erste Group Bank hatte bereits am 11. August ihre Gewinnschätzung für 2026 angehoben.

Medienberichten zufolge liegen die Kursziele der Analystenhäuser derzeit in einer Spanne von 164 bis 215 Euro, wobei die Einschätzungen von einer optimistischen bis zu einer neutralen Haltung reichen.