SAP Aktie: Schweres Fahrwasser

SAP-Aktie notiert nahe Jahrestief trotz Aktienrückkauf. Analysten erwarten Quartalszahlen am 23. April, die über die Widerstandsfähigkeit des Cloud-Geschäfts und die Gewinnprognose entscheiden.

SAP Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie verliert über 26 Prozent seit Jahresbeginn
  • US-Zölle belasten indirekt wichtige Industriekunden
  • JPMorgan stuft von Overweight auf Neutral herab
  • Quartalsbericht am 23. April als Schlüsselereignis

Zehn Milliarden Euro Rückkaufvolumen, und die Aktie notiert trotzdem nahe ihrem Jahrestief. SAP verliert seit Jahresbeginn über 26 Prozent — ein Rückgang, der zeigt, wie wenig kapitalmarktpolitische Maßnahmen gegen fundamentale Unsicherheiten ausrichten können.

Zölle belasten indirekt

Das direkte Exposure gegenüber US-Importzöllen ist bei SAP gering. Cloud-Software lässt sich nicht verzollen. Das eigentliche Risiko sitzt bei den Kunden: Das produzierende Gewerbe gehört traditionell zu den wichtigsten Abnehmern — und genau diese Branche trifft es hart. Neue Abgaben von 10 Prozent, mit geplantem Anstieg auf 15 Prozent, erhöhen den Druck auf Industrieunternehmen, ihre IT-Budgets zu überprüfen. Teure Cloud-Migrationen könnten verschoben werden.

Strukturell ist SAP dabei weniger anfällig als klassische Hardwarehersteller. Weniger als zehn Prozent des globalen Umsatzes entfallen auf Asien-Pazifik einschließlich China.

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Was Analysten erwarten

JPMorgan stufte SAP Ende März von „Overweight“ auf „Neutral“ herab — mit Verweis auf einen nur langsam wachsenden Cloud-Auftragsbestand und strategische Unsicherheiten. Barclays-Analyst Sven Merkt senkte das Kursziel von 240 auf 220 Euro, hält aber an „Overweight“ fest. Zwischen dem aktuellen Kurs von rund 149 Euro und dem Analystenkonsens klafft damit eine erhebliche Lücke — entstanden durch die Guidance-Korrektur im Januar und das JPMorgan-Downgrade.

Für das erste Quartal 2026 rechnen Analysten mit einem Gewinn je Aktie von 1,64 Euro. Der Konsens für das Gesamtjahr liegt bei 7,31 Euro Gewinn und 40,6 Milliarden Euro Umsatz — rund 10 Prozent mehr als in den vergangenen zwölf Monaten.

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Der Kalender bis zum Sommer

SAP befindet sich aktuell in der Quiet Period; das Management darf sich bis zur Ergebnisveröffentlichung nicht zur laufenden Geschäftsentwicklung äußern. Der Quartalsbericht am 23. April 2026 wird zeigen, ob das Cloud-Wachstum trotz des schwierigeren Umfelds stabil geblieben ist und ob KI-Funktionen bereits messbar zu neuen Vertragsabschlüssen beitragen.

Am 5. Mai folgt die virtuelle Hauptversammlung, auf der eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie zur Abstimmung steht. Am 13. Mai findet die Financial Analyst Conference in Orlando statt. Bleibt das Cloud-Wachstum im April robust, dürfte das die Grundlage für eine Neubewertung der Aktie liefern — andernfalls gerät der Konsens von 7,31 Euro Jahresgewinn unter Druck.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.