SAP baut seine Rolle als KI-Plattformanbieter für Großkonzerne weiter aus. NTT DATA setzt künftig auf SAP SuccessFactors und den KI-Assistenten Joule, um seine weltweite Personalverwaltung zu modernisieren. Die beiden Unternehmen vertiefen damit eine Partnerschaft, die bereits seit 36 Jahren besteht. Das Deployment ist über zwölf Monate angelegt.
Die Zusammenarbeit erhält zusätzliches Gewicht durch eine parallele Meldung: NTT DATA hat von SAP das Global Operations Partner Gold Certificate erneut zuerkannt bekommen. Die Zertifizierung würdigt zwanzig Jahre konstante Qualität in der Zusammenarbeit und bezieht sich auf ein Team von mehr als 9.300 Beratern, die SAP-Anwendungsmanagement und Managed-Cloud-Dienste betreuen.
Für SAP unterstreicht der Doppelschlag aus Auftrag und Auszeichnung, dass Joule und SuccessFactors nicht nur als Produkte, sondern als tragende Säulen langjähriger Partnerintegrationen fungieren.
Kursverlauf spiegelt Erholung nach schwachem Sommer
Die Aktie profitiert von dieser Nachrichtenlage in einem ohnehin freundlichen Umfeld. Der Kurs notiert aktuell bei 186,98 Euro, ein Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss von 185,60 Euro.
Über die vergangenen 30 Tage hat das Papier deutlich zugelegt, bleibt aber sowohl seit Jahresbeginn als auch im Zwölfmonatsvergleich klar im Minus. Vom 52-Wochen-Hoch aus Oktober bei 242,00 Euro trennen die Aktie weiterhin rund ein Viertel, während der Abstand zum Jahrestief im Juli deutlich größer ausfällt.
Diese Diskrepanz zeigt: Die jüngste Erholung ist real, doch sie kompensiert nur einen Teil der Kursverluste, die SAP im Sommer erlitten hatte. Auslöser waren Sorgen um die Kostenentwicklung und den Umbau des Cloud-Geschäftsmodells, die im Zuge der Quartalszahlen Ende Juli aufkamen.
Geschäftszahlen und Übernahmen als Fundament
Die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 liefern den fundamentalen Unterbau für das Vertrauen der Kunden in die SAP-Plattform. Der Current Cloud Backlog wuchs um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro, die Cloud-Erlöse legten um 22 Prozent zu, währungsbereinigt sogar um 24 Prozent.
Die Cloud-ERP-Suite verzeichnete ein Plus von 25 Prozent. Zugleich passte SAP den Ausblick für das operative Ergebnis 2026 an, weil die Übernahmen von Dremio und Prior Labs einen Verwässerungseffekt von geschätzt über 100 Millionen Euro mit sich bringen.
Beide Zukäufe zielen auf die KI-Strategie: Dremio erweitert die Datenplattform um eine Lakehouse-Lösung für Echtzeit-Analysen, Prior Labs soll mit einer Investition von mehr als einer Milliarde Euro über vier Jahre zu einem Frontier-KI-Labor für strukturierte Daten ausgebaut werden.
Zusätzliche Rechtssicherheit brachte Ende Juli die Entscheidung des Bundeskartellamts, seine Vorermittlungen gegen SAP ohne Missbrauchsverfahren einzustellen – die Behörde bestätigte, dass Kunden und Partner ausreichend Möglichkeiten zur Datenextraktion aus SAP-Systemen haben.
Analysten uneinig über Bewertung nach der Rally
Berenberg senkte am Samstag vergangener Woche das Kursziel für SAP von 215 auf 205 Euro, bestätigte aber die Einstufung „Buy“. Die Erste Group Bank hob im selben Zusammenhang ihre Gewinnschätzung für 2026 an.
Der Analystenkonsens bleibt insgesamt positiv: Von 28 Analysten empfehlen 24 die Aktie zum Kauf, vier raten zum Halten, keiner zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 203,22 Euro, bei einer Spanne von 131,30 bis 304,50 Euro.
Parallel läuft das Aktienrückkaufprogramm weiter: In der Woche vom 10. bis 14. August erwarb SAP 50.000 eigene Aktien zu durchschnittlich 169,72 Euro, nach 2,9 Millionen Aktien in der Vorwoche. Insgesamt hat das laufende Programm damit über 5,1 Millionen Aktien zurückgekauft.
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