Saudi-Arabien fängt Huthi-Drohne nahe Mekka ab

Nach dem Drohnenabschuss nahe Mekka verschärft sich die Lage: Pipeline und Seewege sind gefährdet, Händler warnen vor Folgen für das Ölangebot.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Drohne südlich von Mekka zerstört
  • Erster Angriff auf Pilgerstadt seit 2017
  • Ost-West-Pipeline weiterhin außer Betrieb
  • Bis zu vier Prozent Ölangebot gefährdet

Die saudi-arabische Luftabwehr hat am Dienstagabend eine Drohne der jemenitischen Huthi-Miliz südlich von Mekka zerstört. Der Vorfall markiert eine neue Zuspitzung der Angriffe auf das Königreich, die zunehmend auch die Ausweichrouten für den internationalen Ölhandel in Bedrängnis bringen. Mekkas Sicherheit gilt der saudi-arabischen Führung als rote Linie.

Militärangaben zufolge handelte es sich um den ersten Angriff auf die Pilgerstadt seit dem Beschuss mit einer ballistischen Rakete im Juli 2017. Behörden hatten am Dienstag Warnungen für die Bevölkerung ausgegeben. Vertreter der Huthi-Miliz wiesen den Vorwurf hingegen zurück und erklärten, die Stadt sei kein Ziel gewesen.

Alternative Exportwege blockiert

Der Zwischenfall folgt auf eine Serie von Attacken im Land. Bei einem Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt am Montag wurden nach Koalitionsangaben 13 Zivilisten verletzt. Die Angriffe treffen eine ohnehin angespannte Versorgungslage: Seit vergangenem Freitag ist die wichtige Ost-West-Pipeline nach einer Attacke pro-iranischer Kräfte lahmgelegt.

Die 1.200 Kilometer lange Leitung transportiert Rohöl von den Förderfeldern am Golf quer durch die Wüste an das Rote Meer. Sie dient als zentrale Ausweichroute, weil der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus seit Monaten fast vollständig ruht. Händler warnen, dass eine längere Schließung der Pipeline bis zu 4 Prozent des weltweiten Ölangebots kappen könnte.

Druck auf die Meerengen wächst

Erschwerend kommt die Lage an den Küsten hinzu. Die Huthi-Miliz hat in den vergangenen Tagen Abschnitte der jemenitischen Küste am Roten Meer unter ihre Kontrolle gebracht. Damit bedroht sie die Durchfahrt an der Meerenge Bab al-Mandab, über die auch umgeleitete Tanker transportiert werden müssen.

Saudi-Arabien hat sich bislang nicht dazu geäußert, wann der Betrieb der Ost-West-Pipeline wieder anlaufen kann. US-Energieminister Chris Wright stellte am Dienstag allerdings in Aussicht, dass das Rohöl binnen weniger Tage wieder durch die Röhren fließen sollte. Bis dahin bleibt das logistische Nadelöhr im Nahen Osten bestehen.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.