Die saudi-arabische Luftabwehr hat am Dienstagabend eine Drohne der jemenitischen Huthi-Miliz südlich von Mekka zerstört. Der Vorfall markiert eine neue Zuspitzung der Angriffe auf das Königreich, die zunehmend auch die Ausweichrouten für den internationalen Ölhandel in Bedrängnis bringen. Mekkas Sicherheit gilt der saudi-arabischen Führung als rote Linie.
Militärangaben zufolge handelte es sich um den ersten Angriff auf die Pilgerstadt seit dem Beschuss mit einer ballistischen Rakete im Juli 2017. Behörden hatten am Dienstag Warnungen für die Bevölkerung ausgegeben. Vertreter der Huthi-Miliz wiesen den Vorwurf hingegen zurück und erklärten, die Stadt sei kein Ziel gewesen.
Alternative Exportwege blockiert
Der Zwischenfall folgt auf eine Serie von Attacken im Land. Bei einem Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt am Montag wurden nach Koalitionsangaben 13 Zivilisten verletzt. Die Angriffe treffen eine ohnehin angespannte Versorgungslage: Seit vergangenem Freitag ist die wichtige Ost-West-Pipeline nach einer Attacke pro-iranischer Kräfte lahmgelegt.
Die 1.200 Kilometer lange Leitung transportiert Rohöl von den Förderfeldern am Golf quer durch die Wüste an das Rote Meer. Sie dient als zentrale Ausweichroute, weil der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus seit Monaten fast vollständig ruht. Händler warnen, dass eine längere Schließung der Pipeline bis zu 4 Prozent des weltweiten Ölangebots kappen könnte.
Druck auf die Meerengen wächst
Erschwerend kommt die Lage an den Küsten hinzu. Die Huthi-Miliz hat in den vergangenen Tagen Abschnitte der jemenitischen Küste am Roten Meer unter ihre Kontrolle gebracht. Damit bedroht sie die Durchfahrt an der Meerenge Bab al-Mandab, über die auch umgeleitete Tanker transportiert werden müssen.
Saudi-Arabien hat sich bislang nicht dazu geäußert, wann der Betrieb der Ost-West-Pipeline wieder anlaufen kann. US-Energieminister Chris Wright stellte am Dienstag allerdings in Aussicht, dass das Rohöl binnen weniger Tage wieder durch die Röhren fließen sollte. Bis dahin bleibt das logistische Nadelöhr im Nahen Osten bestehen.


