Der französische Tech-Konzern Schneider Electric blickt nach einem außergewöhnlich starken ersten Halbjahr deutlich optimistischer auf das Gesamtjahr 2026. Das Unternehmen verzeichnete in den ersten sechs Monaten einen Rekordumsatz und reagierte darauf mit einer Anhebung seiner Prognosen für das organische Umsatzwachstum sowie die operative Marge.

Getrieben wird die Entwicklung vor allem durch die anhaltend hohe Nachfrage in allen vier geografischen Regionen, wobei insbesondere der Bereich Rechenzentren als wesentlicher Wachstumsmotor fungiert.

Starke Nachfrage nach Rechenzentrum-Lösungen

In der ersten Jahreshälfte 2026 erzielte Schneider Electric einen Rekordumsatz von 21,2 Milliarden Euro. Das organische Umsatzwachstum belief sich im Halbjahr auf 14 Prozent, wobei das zweite Quartal mit einem Plus von 16,5 Prozent eine zusätzliche Beschleunigung zeigte. Das bereinigte EBITA stieg auf 4,1 Milliarden Euro, was einer verbesserten Marge von 19,3 Prozent entspricht. Auch der Nettogewinn legte deutlich zu und erreichte 2,5 Milliarden Euro, ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Auf Basis dieser Zahlen hat das Management die Ziele für das Gesamtjahr nach oben korrigiert. Die Erwartung für das organische Umsatzwachstum liegt nun in einer Spanne von 10 bis 13 Prozent, nachdem zuvor 7 bis 10 Prozent in Aussicht gestellt worden waren.

Das Ziel für die Verbesserung der bereinigten EBITA-Marge wurde von bisher 50 bis 80 Basispunkten auf nun 70 bis 100 Basispunkte angehoben. Aktuell notiert die Aktie bei 308,20 Euro, was einem Rückgang von 0,9 Prozent am heutigen Handelstag entspricht. Damit liegt der Wert jedoch weiterhin rund 10 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 279,78 Euro.

Expansion im Bereich Künstliche Intelligenz

Strategisch setzt Schneider Electric verstärkt auf den Bereich Software und Künstliche Intelligenz (KI). Medienberichten zufolge hat das Unternehmen eine Vereinbarung zur Übernahme von Cognite getroffen, einem Spezialisten für Industriedaten- und KI-Software.

Die Transaktion hat ein Volumen von 3,1 Milliarden US-Dollar und soll vollständig in bar abgewickelt werden. Schneider Electric plant, Cognite in sein hundertprozentiges Industriesoftware-Geschäft AVEVA zu integrieren. Der Abschluss wird für die kommenden Quartale erwartet.

Die Übernahme gilt als Eckpfeiler für die KI-Ambitionen des Konzerns. Zum Portfolio von Cognite gehören unter anderem die Plattform Cognite Data Fusion sowie Atlas AI, welche agentenbasierte KI-Funktionen für industrielle Anwendungen bereitstellen. Ergänzt wird diese Expansionsstrategie durch die im Juli vereinbarte Übernahme einer 90-prozentigen Beteiligung an AiDASH für rund 350 Millionen US-Dollar, ebenfalls im Rahmen einer Bartransaktion.

Kapitalmaßnahmen und Nachhaltigkeitsziele

Zur Finanzierung seiner Vorhaben und zur Optimierung der Kapitalstruktur begab der Konzern Anfang Juli ein Euro-Medium-Term-Note-Programm (EMTN) über insgesamt 1,5 Milliarden Euro. Dieses teilt sich in eine Tranche über 800 Millionen Euro mit variabler Verzinsung und eine festverzinsliche Tranche über 700 Millionen Euro mit einem Kupon von 3,375 Prozent auf.

Zudem wurde ein Mitarbeiteraktien-Kaufprogramm umgesetzt, bei dem 1,5 Millionen Aktien mit einem Abschlag von 15 Prozent gezeichnet wurden, was das Eigenkapital des Unternehmens netto um 307 Millionen Euro erhöhte.

Im Bereich der Nachhaltigkeit liegt Schneider Electric für das laufende Jahr im Plan. Wie das Unternehmen am 5. August mitteilte, wurde im ersten Halbjahr ein Impact Score von 3,69 von 10 möglichen Punkten im Rahmen des Sustainability Impact 2030 Programms erreicht.

Das Jahresziel für 2026 ist auf 4,20 Punkte festgesetzt. An der Börse wird der Titel derzeit mit einer Marktkapitalisierung von 174,83 Milliarden Euro bewertet und notiert nur 1,6 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das am gestrigen Donnerstag markiert wurde.