Der französische Tech-Konzern Schneider Electric hat heute seine finanziellen Ziele für das Gesamtjahr 2026 nach oben korrigiert. Hintergrund sind außergewöhnlich starke Zahlen für das erste Halbjahr, die vor allem durch die ungebrochene Nachfrage im Bereich der Rechenzentren getrieben wurden. An der Börse sorgten die Nachrichten für deutliche Kursaufschläge.

Rekordwerte bei Umsatz und Gewinn

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres steigerte das Unternehmen seinen Umsatz auf 21,23 Milliarden Euro, was einem organischen Plus von 14 Prozent entspricht. Besonders das zweite Quartal erwies sich mit einem Erlös von 11,46 Milliarden Euro als historisch stark. Die positive Geschäftsentwicklung zog sich durch nahezu alle relevanten Kennzahlen des Berichtszeitraums.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisation (EBITA) kletterte organisch um 22,1 Prozent auf 4,09 Milliarden Euro. Damit übertraf Schneider Electric die Erwartungen der Marktteilnehmer deutlich, da Analysten im Schnitt lediglich mit rund 3,8 Milliarden Euro gerechnet hatten. Die entsprechende EBITA-Marge verbesserte sich um 120 Basispunkte auf 19,3 Prozent.

Der Nettogewinn stieg im Vorjahresvergleich um gut 30 Prozent auf 2,49 Milliarden Euro. Der operative Cashflow konnte auf 1,6 Milliarden Euro gesteigert werden, was nahezu einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Diese finanzielle Stärke untermauert die Expansionsstrategie des Konzerns, der zuletzt mit den Übernahmen von Cognite für 3,1 Milliarden US-Dollar und AiDASH für 350 Millionen US-Dollar seine Kompetenzen im Bereich der Künstlichen Intelligenz ausgebaut hat.

Datenzentren als Wachstumsmotor

CEO Olivier Blum verwies bei der Vorstellung der Ergebnisse auf die sehr hohe Nachfrage in der Sparte der Rechenzentren. Diese Entwicklung profitiert massiv vom weltweiten KI-Boom, der eine umfassende Aufrüstung der digitalen Infrastruktur erfordert. Besonders in Nordamerika und Südostasien verzeichnete der Konzern ein dynamisches Wachstum.

Parallel dazu treibt das Unternehmen seine Nachhaltigkeitsziele voran. Im Rahmen der Roadmap „Impact 2030“ konnte Schneider Electric die CO2-Emissionen der Bereiche Scope 1 und 2 im Vergleich zu 2017 bereits um 82 Prozent reduzieren. Das Unternehmen belegte zudem den ersten Platz im Ranking der nachhaltigsten Unternehmen der Welt von TIME und Statista für das Jahr 2026.

Die anhaltende Dynamik veranlasste das Management, die Ziele für das laufende Geschäftsjahr anzuheben. Für das organische Umsatzwachstum wird nun eine Spanne von 10 bis 13 Prozent angepeilt, nachdem zuvor 7 bis 10 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Das bereinigte EBITA soll organisch um 14 bis 19 Prozent zulegen, während die Marge am Jahresende zwischen 19,4 und 19,7 Prozent liegen dürfte.

Analystenlob und Marktreaktion

Trotz der optimistischen Prognose mahnte das Unternehmen zur Vorsicht hinsichtlich möglicher Währungsbelastungen. Diese könnten den Jahresumsatz durch die Entwicklung des US-Dollars und der indischen Rupie mit 400 bis 500 Millionen Euro belasten. Zudem könnten geopolitische Spannungen im Nahen Osten die Lieferketten in der zweiten Jahreshälfte beeinflussen.

Analysten zeigten sich von der operativen Stärke dennoch überzeugt. Die Experten von RBC bewerten das Papier weiterhin mit „Outperform“, während das Analysehaus AlphaValue Schneider Electric als einen seiner bevorzugten Werte führt. Auch Barclays äußerte sich positiv und hob die über den Erwartungen liegenden Margen hervor.

Die Aktie von Schneider Electric reagierte mit einem kräftigen Sprung auf die Meldungen und notiert aktuell bei 280,05 Euro. Dies entspricht einer Tagesveränderung von 7,09 Prozent. Durch diesen Anstieg rückt das Papier wieder näher an sein bisheriges 52-Wochen-Hoch heran, von dem es derzeit nur noch 4,58 Prozent entfernt ist.