Der französische Elektrotechnik-Konzern Schneider Electric hat für das erste Halbjahr 2026 Rekordzahlen vorgelegt und seine Ziele für das Gesamtjahr deutlich nach oben korrigiert. Getrieben durch den anhaltenden Boom bei Rechenzentren und eine starke Nachfrage in Nordamerika sowie im asiatisch-pazifischen Raum übertraf das Unternehmen bei den operativen Kennzahlen die Erwartungen des Marktes.

Umsatzsprung durch Energiemanagement und Datenzentren

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erwirtschaftete Schneider Electric einen Umsatz von 21,226 Milliarden Euro, was einem organischen Wachstum von 14 Prozent entspricht. Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment Energiemanagement mit einem Plus von 18 Prozent, während der Bereich Industrieautomation um 11 Prozent zulegte. Regional stachen vor allem Nordamerika mit einem Zuwachs von 23 Prozent und der asiatisch-pazifische Raum mit einem Plus von 20 Prozent hervor.

Das bereinigte operative Ergebnis (EBITA) belief sich auf 4,093 Milliarden Euro und lag damit über den Analystenschätzungen, die im Vorfeld bei durchschnittlich 3,8 Milliarden Euro gelegen hatten. Unter dem Strich verbesserte sich das Nettoergebnis deutlich auf 2,488 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 1,910 Milliarden Euro erzielt worden waren.

Konzernleitung erhöht Wachstumsziele für 2026

Auf Basis der starken Halbjahresperformance hob die Unternehmensführung die Prognose für das Gesamtjahr 2026 an. Beim organischen Umsatzwachstum wird nun eine Spanne von 10 bis 13 Prozent angestrebt, nachdem zuvor lediglich 7 bis 10 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Auch für das bereinigte EBITA zeigt sich das Management optimistischer und erwartet nun eine Steigerung zwischen 14 und 19 Prozent. Zuvor lag das Ziel hier bei 10 bis 15 Prozent.

Parallel zu den Finanzdaten berichtete der Konzern über Fortschritte bei seiner Nachhaltigkeitsstrategie. Im Rahmen der neuen „Sustainability Roadmap“ wurde für das erste Halbjahr ein Impact Score von 3,69 von 10 möglichen Punkten erreicht, wobei das Ziel für das Jahresende bei 4,20 liegt. Laut Unternehmensangaben konnten die Emissionen in den Bereichen Scope 1 und 2 im Vergleich zu 2017 bereits um 82 Prozent gesenkt werden. Zudem erfüllen mittlerweile 27 Prozent der Produkte in der Designphase Kreislaufkriterien.

Analysten reagieren mit Kurszielerhöhungen

Die starken Ergebnisse lösten am Markt positive Reaktionen aus. Die Analysten von Berenberg bestätigten ihre Kaufempfehlung und hoben das Kursziel für den Titel von 325 auf 340 Euro an. Auch Goldman Sachs passte die Bewertung nach oben an und sieht das Kursziel nun bei 322 Euro, nach zuvor 294 Euro. Beide Häuser verwiesen auf die operative Stärke und die gute Positionierung im Markt für KI-Infrastruktur.

An der Börse spiegelte sich die Zuversicht im gestrigen Handel wider, als das Papier bei 301,90 € schloss. Damit notiert der Wert seit Jahresbeginn rund 27,95 % im Plus. Mit dem gestrigen Kursniveau liegt der Titel nur noch etwa 0,90 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 304,65 €, das am selben Tag erreicht wurde. Am Dienstag hatte die Aktie zudem dazu beigetragen, den französischen Leitindex CAC 40 auf ein neues Rekordhoch zu heben. Eine aktuelle Studie des Unternehmens zu Sicherheitsarchitekturen in Rechenzentren unterstreicht zudem den Fokus auf den Wachstumsmarkt für Hochleistungschips, der zunehmend die Nachfrage nach spezialisierten Energielösungen treibt.