Schneider Electric greift nach dem US-Industriesoftwarekonzern PTC und lässt sich das rund 20 Milliarden Euro kosten. Die Börse straft den Schritt zunächst ab. In Paris gab die Aktie zeitweise knapp 7 Prozent auf 281,95 Euro nach.

Der Deal im Überblick

Schneider bietet 205 Dollar je PTC-Aktie in bar. Das entspricht einer Prämie von 42 Prozent auf den Freitagsschluss. Die Transaktion wird mit 22,6 Milliarden Dollar bewertet, der Unternehmenswert liegt bei 23,7 Milliarden Dollar. Der PTC-Verwaltungsrat empfiehlt den Aktionären, das Angebot anzunehmen.

Strategisch zielt Schneider auf Produktdesign, Konstruktion und Datenmanagement. Konzernchef Olivier Blum spricht vom branchenweit umfassendsten Software- und KI-Unternehmen. Der Konzern sieht ab dem dritten Jahr jährliche Kostensynergien von 250 Millionen Euro. Beim Umsatz erhofft er sich Zusatzerlöse von 800 Millionen Euro.

Der Abschluss ist bis zum dritten Quartal 2027 geplant. Schneider reiht den Kauf in eine Serie von Zukäufen an der Schnittstelle von Hard- und Software ein. Zuletzt vereinbarte der Konzern die Übernahme der Shelly Group für 1,2 Milliarden Euro.

Finanzierung drückt auf den Kurs

Ein Grund für die Zurückhaltung der Anleger dürfte die Finanzierung sein. Schneider plant eine Kapitalerhöhung über 5 bis 6 Milliarden Euro. Hinzu kommen 16 bis 17 Milliarden Euro an neuen Schulden. Bestehende Aktionäre müssen also mit Verwässerung rechnen.

PTC wird mit dem 21-Fachen des erwarteten bereinigten EBITA für 2027 bewertet. Das ist ein ambitionierter Preis, den der Markt nun gegen die versprochenen Synergien abwägt. Marktbeobachter dürften zudem auf die Bilanzbelastung schauen, zumal die Renditen französischer Staatsanleihen zuletzt deutlich gestiegen sind.

Vorab hatten Medien über einen bevorstehenden Deal berichtet. Die Kursreaktion zeigt, dass die Details die Erwartungen nicht übertroffen haben.

Konkret wird es am 16. Oktober. Dann legt Schneider seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal vor, früher als ursprünglich vorgesehen. Dort dürfte das Management erste Details zur Finanzierung und zur Integrationsplanung liefern.