Schneider Electric hat die Übernahme des Industrie-KI-Anbieters Cognite angekündigt — und der Markt zeigt sich wenig begeistert. Die Aktie verlor in Paris zeitweise rund 2,3 Prozent.
3,1 Milliarden Dollar für Industriedaten-Expertise
Der Konzern zahlt 3,1 Milliarden Dollar für Cognite. Die Dateninfrastruktur des Unternehmens soll in Aveva integriert werden, Schneiders eigenes Industrie-Softwaregeschäft. Anschließend wird Cognite dem Geschäftsbereich Industrieautomation zugeordnet. Den Abschluss erwartet Schneider in den kommenden Quartalen.
CEO Olivier Blum sieht den Schritt als strategische Weichenstellung: Die Transaktion positioniere Schneider Electric im Zentrum der nächsten Phase industrieller Intelligenz, so seine Begründung.
RBC: teuer, aber strategisch richtig
RBC-Analyst Mark Fielding bleibt trotz Kaufpreisbedenken bei seiner Einschätzung „Outperform“ mit einem Kursziel von 290 Euro. Er hält den Preis nicht für günstig, sieht die Übernahme aber strategisch als sinnvoll. Fielding ordnet den Deal als klassische Bolt-on-Akquisition ein — mit einem Volumen von rund 1,5 Prozent des Börsenwerts von Schneider Electric sei der finanzielle Einfluss auf das Geschäft überschaubar.
Der Kursrückgang spiegelt eine verbreitete Skepsis wider, die bei größeren Softwaredeals häufig zu beobachten ist: Der Markt zweifelt zunächst am Preis, bevor das strategische Bild klarer wird. Ob Cognite die Integration in Aveva wie geplant bewältigt und die erhoffte Datenkompetenz tatsächlich liefert, wird sich in den nächsten Quartalen zeigen — spätestens, wenn Schneider Electric konkrete Synergieziele benennt.
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