Enttäuschende Stimmungsdaten aus der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone haben die europäische Gemeinschaftswährung am Freitag ins Minus gedrückt. Sowohl in der französischen Industrie als auch im Dienstleistungssektor rutschten die Einkaufsmanagerindizes überraschend ab. Am Devisenmarkt fiel der Euro am Nachmittag auf 1,1200 US-Dollar zurück.
Industrie und Dienstleister schrumpfen
Ausschlaggebend für die Verunsicherung waren die Umfragewerte aus Frankreich. Dort fielen die Teilindikatoren für beide Wirtschaftsbereiche unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten. Ein solcher Stand signalisiert einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität statt des erhofften Wachstums.
Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für den Euro am Nachmittag auf 1,1193 Dollar fest, nach 1,1205 Dollar am Donnerstag. Für einen Dollar mussten damit 0,8934 Euro gezahlt werden.
Politische Risiken und robuste US-Wirtschaft
Marktbeobachter verweisen auf die anhaltende politische Unsicherheit in Frankreich. Zusammen mit Schwankungen am Anleihemarkt belastet diese Gemengelage das Vertrauen der Unternehmen und verschärft die finanziellen Rahmenbedingungen für den gesamten Währungsraum. Allerdings gelten die französischen Einkaufsmanagerindizes als schwankungsanfällig, weshalb ihre Aussagekraft für das kurzfristige Wachstum mit Vorsicht zu bewerten ist.
Parallel dazu stützten Daten aus Übersee den US-Dollar. Das Verbrauchervertrauen in den Vereinigten Staaten trübte sich im Oktober unerwartet nur minimal ein.
Die Kombination aus nachlassender Konjunkturdynamik in Frankreich und stabilen US-Konsumentendaten verschafft der amerikanischen Währung vorerst einen spürbaren Vorteil.


