Enttäuschende Arbeitsmarktdaten aus den USA haben dem Euro am Freitag Auftrieb gegeben. Nach einer mehrtägigen Verluststrecke stabilisierte sich die Gemeinschaftswährung im New Yorker Handel bei 1,1251 Dollar. Der Grund für die Bewegung liegt in Washington: Ein spürbar schwächerer Stellenzuwachs dämpft an den Finanzmärkten die Erwartung weiterer Zinserhöhungen durch die Federal Reserve.
Im September entstanden in den Vereinigten Staaten deutlich weniger Arbeitsplätze als erwartet. Für die US-Notenbank besitzt diese Abkühlung unmittelbare Relevanz, da ein robuster Beschäftigungsstand neben der Preisstabilität fest in ihrem gesetzlichen Mandat verankert ist. Erst Mitte September hatte die Fed ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben.
Dollar gibt nach, Eurozone-Inflation im Rahmen
Die nachlassende Zinshoffnung schwächte die amerikanische Leitwährung. Zwischenzeitlich kletterte der Euro im Tagesverlauf bis auf 1,1280 Dollar, nachdem er am Morgen noch fast einen halben Cent tiefer notiert hatte. Die Europäische Zentralbank setzte den offiziellen Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1225 Dollar fest, nach 1,1298 Dollar am Vortag.
Wirtschaftsdaten aus dem Euroraum traten gegenüber den US-Zahlen klar in den Hintergrund. Die Inflationsrate im gemeinsamen Währungsraum zog im September zwar spürbar auf 3,8 Prozent an. Da diese Beschleunigung an den Märkten jedoch weitgehend erwartet worden war, löste die Teuerung kaum eigene Kursausschläge an den Währungsmärkten aus.
Für den Devisenmarkt gibt vorerst die konjunkturelle Verfassung der Vereinigten Staaten den Takt vor. Wenn sich die Anzeichen für eine Abkühlung am amerikanischen Arbeitsmarkt verfestigen, schwindet der Spielraum der Federal Reserve für weitere straffe Zinsschritte.


