Die Schweizerische Nationalbank tastet ihren Leitzins nicht an. Die Währungshüter belassen den Satz bei null Prozent, da der mittelfristige Inflationsdruck gering bleibt. Die wachsende Zinsdifferenz zu anderen Währungsräumen schwächt derweil den Schweizer Franken.
Die Notenbank stuft ihre Geldpolitik als angemessen ein, um die Preisstabilität zu sichern und die Konjunktur zu stützen. Seit März 2024 senkte die SNB ihren Leitzins bereits um 175 Basispunkte.
Sichtguthaben der Geschäftsbanken werden bis zu einer Freigrenze zum Leitzins verzinst. Für Beträge darüber gilt weiterhin ein Abschlag von 0,25 Prozentpunkten. Um angemessene monetäre Bedingungen zu gewährleisten, bekräftigte die Notenbank ihre Bereitschaft, bei Bedarf an den Devisenmärkten einzugreifen.
Zinsabstand setzt den Franken unter Druck
SNB-Präsident Martin Schlegel führt das jüngste Nachgeben der heimischen Währung teilweise auf die Zinsabstände zu anderen Notenbanken zurück. Im Vergleich zum Euro und zum US-Dollar machen die vergleichsweise niedrigen Zinsen die Schweiz für Anleger weniger attraktiv.
Am Devisenmarkt fiel die Währung gegenüber dem US-Dollar auf ein Tief von 0,8284 Franken. Auch gegenüber dem Euro gab die Valuta nach und erreichte im Tagesverlauf einen Stand von 0,9434 Franken.
Verhaltener Aktienmarkt und moderates Wachstum
Am Schweizer Aktienmarkt sorgte der Zinsentscheid für wenig Auftrieb. Der Leitindex SMI schloss mit einem Minus von 0,11 Prozent bei 13.905,82 Punkten. Gestiegene Ölpreise drückten zusätzlich auf die Stimmung der Anleger.
Die Teuerung dürfte nach Einschätzung der Notenbank im Gesamtjahr bei durchschnittlich 0,7 Prozent liegen. Für das Wirtschaftswachstum erwartet die SNB in diesem Jahr eine Spanne zwischen 1,5 und 2 Prozent.
Für 2027 rechnen die Währungshüter mit einer Inflationsrate von 0,8 Prozent und einer Zunahme der Wirtschaftsleistung um rund 1,5 Prozent. Erst mit dem erwarteten Rückgang der Energiepreise dürfte sich der Preisdruck im späteren Jahresverlauf wieder abschwächen.
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