Scottish Mortgage: 1.519 Pence nach Mehrjahreshoch

Der geschlossene Fonds profitiert von der Hoffnung auf eine hohe SpaceX-Bewertung, warnt aber vor dem Klumpenrisiko der Beteiligung.

Scottish Mortgage Investment Aktie
Kurz & knapp:
  • Kursanstieg dank SpaceX-Börsengang
  • Fonds handelt mit Aufschlag zum NAV
  • Spacex-Anteil macht ein Fünftel aus
  • NAV-Gesamtertrag übertrifft Vergleichsindex

Scottish Mortgage Investment Trust hat eine bemerkenswerte Kehrtwende vollzogen. Vom Tiefpunkt bei 604 Pence im Mai 2023 kletterte der Kurs auf zuletzt 1.519 Pence — ein Mehrjahreshoch. Der Treiber dahinter ist eindeutig: die bevorstehende Börsennotierung von SpaceX.

Vom Abschlag zum Aufschlag

Noch 2023 notierte der Trust mit einem Abschlag von rund 20 Prozent auf den Nettoinventarwert. Baillie Gifford reagierte mit einem milliardenschweren Rückkaufprogramm — mehr als drei Milliarden Pfund seit Anfang 2024. Das half. Bis zum Geschäftsjahresende schrumpfte der Abschlag auf 9,5 Prozent.

Inzwischen hat sich das Bild umgekehrt. Der Trust handelt mit einem Aufschlag von rund acht Prozent auf den NAV. Grund ist die Erwartung, dass SpaceX bei einem Börsengang deutlich höher bewertet wird als der Trust die Position derzeit ansetzt. Seit Jahresende gibt Scottish Mortgage deshalb neue Anteile aus — zu Aufschlagpreisen.

Die SpaceX-Wette und ihre Unbekannten

Die SpaceX-Beteiligung war per Ende März 2026 mit 2,98 Milliarden Pfund bewertet — ein Anstieg von 179 Prozent im Geschäftsjahr. Manager Tom Slater betonte, das ursprüngliche Investment habe sich inzwischen etwa 19-fach multipliziert. Der Trust setzt SpaceX intern mit einer Gesamtbewertung von 1,25 Billionen Dollar an — bewusst unterhalb der in der Presse kursierenden 1,75 Billionen Dollar, die auf Sekundärmarkttransaktionen nach der Fusion mit xAI basieren. Baillie Gifford und der unabhängige Bewerter S&P Global stützen sich ausschließlich auf verifizierbare Transaktionen.

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Was nach dem Börsengang passiert, ist offen. Scottish Mortgage weiß noch nicht, welche Lock-up-Bedingungen für Altaktionäre gelten, wie lange eine Haltefrist dauern wird oder ob der Trust denselben Konditionen unterliegt wie andere Vor-IPO-Investoren. Erfahrungswerte aus anderen Listings legen eine Sperrfrist von rund sechs Monaten nahe. Der entscheidende Vorteil: Als geschlossener Fonds unterliegt Scottish Mortgage keinem Rückgabedruck und muss SpaceX-Anteile nicht zum Listing-Zeitpunkt verkaufen.

Konzentration als Kernrisiko

Tom Slater räumte ein, die SpaceX-Position bedeute „einen Konzentrationsgrad, der für uns höchst ungewöhnlich ist“ — und warnte vor der damit verbundenen Volatilität. Kein Wunder: Die Beteiligung macht inzwischen knapp ein Fünftel des gesamten Portfolios aus.

SpaceX selbst meldete für das erste Quartal 2026 einen Nettoverlust von 4,27 Milliarden Dollar bei einer Bilanzsumme von 102 Milliarden Dollar und Schulden von 60,5 Milliarden Dollar. Jede Neubewertung der SpaceX-Story trifft Scottish Mortgage damit überproportional.

Insgesamt stecken 41,6 Prozent des Fondsvermögens in 53 nicht börsennotierten Beteiligungen — ein Alleinstellungsmerkmal, das Zugang zu Wachstumsunternehmen bietet, die für normale Anleger kaum erreichbar sind.

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Starkes Geschäftsjahr, solide Kennzahlen

Das Geschäftsjahr bis Ende März 2026 lief gut. Der NAV-Gesamtertrag lag bei 27,4 Prozent, der Kursgesamtertrag bei 26,8 Prozent — beide deutlich über dem FTSE All-World Index mit 18,0 Prozent. Die größten notierten Positionen sind TSMC mit 5,72 Prozent, MercadoLibre mit 3,99 Prozent und Amazon mit 3,56 Prozent.

Die Dividende stieg zum 43. Mal in Folge — um 4,3 Prozent auf 4,57 Pence je Anteil. Die laufenden Kosten bleiben mit 0,33 Prozent niedrig, der Verschuldungsgrad sank auf 11 Prozent.

In Euro gerechnet schloss der Trust zuletzt bei 18,07 Euro, rund 30 Prozent über dem Jahresanfangsniveau. Seit dem 52-Wochen-Tief bei 11,87 Euro hat sich der Kurs mehr als halbiert nach oben.

Hauptversammlung und SpaceX-Countdown

Am 2. Juli findet die Hauptversammlung in den National Galleries of Scotland statt. Dort steht auch die Schlussdividende von 2,79 Pence je Anteil zur Abstimmung. Aufsichtsratsvorsitzender Christopher Samuel warnte mit Blick auf geopolitische Spannungen und regulatorische Unsicherheiten vor einem schwierigen Marktumfeld.

Der eigentliche Prüfstein kommt früher: Mit dem SpaceX-Börsengang noch im Juni entscheidet sich, ob der aktuelle Aufschlag gerechtfertigt ist — oder ob der Markt die Neubewertung längst vorweggenommen hat.

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