Der Scottish Mortgage Investment Trust bereitet sich auf den nächsten technologischen Umbruch vor. Das Management-Duo Tom Slater und Lawrence Burns sieht das Ende der ersten KI-Welle gekommen. Das Kapital wandert nun weg von der reinen Hardware und hin zu autonomen Systemen.

Strategiewechsel zur intelligenten Software

Bisher profitierten vor allem Chiphersteller vom Boom der Künstlichen Intelligenz. Die Fondsmanager sind überzeugt, dass der Wertzuwachs nun eine Ebene höher stattfindet. Im Mittelpunkt stehen Software-Agenten, die komplexe Aufgaben selbstständig ausführen können. Der Trust trennt sich deshalb konsequent von Positionen, die nicht mehr in dieses Wachstumsprofil passen. Nordamerikanische Innovationen dominieren das Portfolio mit einem Anteil von über 60 Prozent.

Kampf gegen den Bewertungsabschlag

Parallel zur Neuausrichtung treibt der Vorstand seine Aktienrückkäufe voran. Zuletzt erwarb der Trust weitere 500.000 eigene Anteile. Damit reagiert das Management auf die anhaltende Differenz zwischen Börsenkurs und dem tatsächlichen Wert der Beteiligungen. Aktuell liegt dieser Abschlag bei rund 8,8 Prozent. Die Rückkäufe dienen als Puffer, um den Wert pro Aktie für die verbleibenden Anteilseigner zu steigern.

Erholung nach volatilen Wochen

Die Aktie erholte sich zuletzt deutlich und schloss bei 15,88 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von 26,19 Prozent zu Buche. Trotz dieser Rallye notiert der Titel noch unter dem geschätzten fairen Nettoinventarwert von rund 17,15 Euro. Der Markt honoriert die Stabilisierung im Wachstumssektor, bleibt aber angesichts globaler Schwankungen vorsichtig.

Die jährliche Volatilität von fast 30 Prozent unterstreicht das bestehende Risiko. Die Marktteilnehmer orientieren sich nun an den charttechnischen Marken. Hält sich der Kurs über dem 200-Tage-Durchschnitt von 14,89 Euro, könnte sich der Aufwärtstrend weiter festigen.