Der Scottish Mortgage Investment Trust setzt seine Strategie der Kapitalrückführung an die Aktionäre konsequent fort. Am heutigen Dienstag erwarb die Gesellschaft insgesamt 460.887 eigene Stammaktien zu einem Preis von 1.422,93 Pence pro Stück.

Die zurückgekauften Papiere werden künftig im Bestand gehalten. Dieser Schritt erfolgt in einer Phase, in der das Portfolio des Trusts durch den Börsengang seines größten Einzelwerts SpaceX eine deutliche Umgestaltung erfährt und zusätzliche Liquidität freigesetzt wird.

SpaceX-Börsengang schafft neue Handlungsspielräume

Ein zentraler Wendepunkt für den Investment Trust war der Ablauf einer wichtigen Haltefrist am vergangenen Donnerstag. Seit dem 6. August verfügt das Management über die rechtliche Möglichkeit, bis zu 20 Prozent seiner Beteiligung an SpaceX zu veräußern. Zuvor war das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk am 12. Juni an der US-Börse Nasdaq gelistet worden.

Medienberichten zufolge wurde SpaceX bei diesem Börsengang mit mehr als 2 Billionen US-Dollar bewertet. Mitte Juni machte die Position rund 25 Prozent des gesamten Portfolios aus, während die verbleibenden Beteiligungen an privaten Unternehmen etwa 21 Prozent darstellten.

Manager Tom Slater hatte bereits auf der Hauptversammlung im Juli angekündigt, dass die Position in den kommenden sechs Monaten schrittweise liquider gestaltet werden soll. Die Neubewertung von SpaceX war bereits im Vorfeld ein wesentlicher Treiber für die Wertentwicklung des Trusts.

Zum Stichtag am 31. März 2026 belief sich der Anteil von SpaceX am Gesamtvermögen auf 19,3 Prozent, verglichen mit 15,4 Prozent Ende Februar. Diese deutliche Aufwertung trug maßgeblich dazu bei, dass der Trust das am 31. März beendete Geschäftsjahr 2026 mit einer Gesamtrendite des Nettoinventarwerts (NAV) von 27,4 Prozent abschloss. Damit übertraf die Gesellschaft die Entwicklung des FTSE All-World Index, der im selben Zeitraum ein Plus von 18,0 Prozent verzeichnete.

Deutliche Gewinnsteigerung im abgelaufenen Geschäftsjahr

Die finanzielle Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres verdeutlicht die Wachstumsdynamik im Portfolio. Der Nettogewinn stieg auf 3.101,62 Millionen Britische Pfund, nachdem im Vorjahr noch 1.217,76 Millionen Pfund ausgewiesen worden waren. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie kletterte von 0,9457 Pfund auf 2,7531 Pfund.

Trotz der umfangreichen Aktienrückkäufe weitete sich der Abschlag des Aktienkurses zum Nettoinventarwert im Berichtszeitraum leicht von 9,0 auf rund 9,5 Prozent aus. Nach Ende des Geschäftsjahres berichtete die Gesellschaft jedoch von einem wieder erstarkten Anlegerinteresse, was zeitweise dazu führte, dass die Anteile mit einem Aufschlag gehandelt und neue Aktien ausgegeben wurden.

Am heutigen Handelstag reagiert der Markt positiv auf die Gesamtlage: Das Papier klettert um 4,41 % auf 16,92 €. Damit setzt sich die positive Tendenz des laufenden Jahres fort, in dem der Wert seit Jahresbeginn bereits um 23,59 % zulegen konnte.

Die strategische Ausrichtung des Trusts wurde zudem durch die Aktionäre gestärkt, die im April eine Änderung der Anlagepolitik mit einer Mehrheit von 99,7 Prozent gebilligt hatten.

Diese Änderung erlaubt es dem Board, weitere 250 Millionen Pfund in private Unternehmen zu investieren, selbst wenn die interne Grenze von 30 Prozent für nicht börsennotierte Anlagen zum Zeitpunkt der Investition bereits erreicht ist.