Jahrelang kaufte der Scottish Mortgage Investment Trust massiv eigene Aktien zurück, um den Kurs zu stützen. Jetzt dreht das Management den Spieß um. Der Fonds gibt neue Papiere mit einem Aufschlag zum inneren Wert aus. Ein klares Signal der Stärke vor der anstehenden Hauptversammlung.
Bisher kämpfte der Trust mit einem hartnäckigen Bewertungsabschlag von rund 20 Prozent. Als Gegenmaßnahme flossen seit Anfang 2024 Milliardenbeträge in Aktienrückkäufe. Die Taktik ging auf. Inzwischen notieren die Papiere mit einer Prämie von acht Prozent zum Nettoinventarwert (NAV). Marktbeobachter sehen darin Vorschusslorbeeren für einen möglichen Börsengang der Beteiligung SpaceX.
Folglich zapft das Management nun den Markt an. Am 1. Juni verkaufte der Trust 2,35 Millionen Aktien aus dem eigenen Bestand. Kurz darauf folgten weitere 3,85 Millionen Papiere. Beide Tranchen brachten einen Aufschlag zum NAV ein.
Hauptversammlung plant neue Grenzen
Am 2. Juli 2026 stimmen die Aktionäre in Edinburgh über den künftigen Kurs ab. Im Zentrum steht die Ausweitung der Privatmarkt-Obergrenze. Bislang durfte der Trust maximal 30 Prozent in nicht börsennotierte Unternehmen investieren. Das Management fordert nun mehr Spielraum für private Investments.
Parallel dazu steht die Dividende zur Wahl. Die geplante Schlussausschüttung hebt die Jahresdividende auf 4,57 Pence. Das entspricht einem moderaten Plus. Damit erhöht Scottish Mortgage die Ausschüttung im 43. Jahr in Folge.
KI-Fokus treibt Rendite
Die operative Basis für diesen Expansionskurs stimmt. Im Geschäftsjahr bis März 2026 kletterte der NAV um 27,4 Prozent. Damit schlug der Trust den Vergleichsindex FTSE All-World deutlich. Das Gesamtvermögen der Aktionäre wuchs auf 13,82 Milliarden Pfund.
Frisches Kapital floss zuletzt verstärkt in private Technologiefirmen. Scottish Mortgage investierte im abgelaufenen Jahr 254 Millionen Pfund abseits der Börse. Das ist fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Zu den neuen Zukäufen zählen der KI-Entwickler Anthropic und die Social-Media-Plattform RedNote.
Kursrücksetzer trotz starkem Jahr
Auf der Plattform Interactive Investor war Scottish Mortgage im Mai der meistgekaufte Investment Trust. Am heutigen Freitag gibt die Aktie indes auf 17,43 Euro nach. Damit notiert das Papier gut zehn Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Auf Jahressicht bleibt Anlegern dennoch ein satter Gewinn von über 25 Prozent. Am 2. Juli stimmen die Aktionäre über den neuen Kurs ab. Bei einem positiven Votum fließt die Dividende am 10. Juli auf die Konten. Neue Aktienrückkäufe sichert das Management künftig streng ab. Sie greifen erst wieder, wenn der Kurs unter den inneren Wert fällt.
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