Der lang erwartete Börsengang von SpaceX sollte ein Triumph für den Scottish Mortgage Investment Trust werden. Das Gegenteil passierte. Anleger zogen massiv Kapital ab, um direkt in das Raumfahrtunternehmen zu investieren. Die Aktie des britischen Fonds geriet unter die Räder. Heute erholt sich der Kurs leicht auf 16,43 Euro.

Rotation und Zinsangst

Elon Musk brachte SpaceX am Freitag mit einer Rekordbewertung an die Börse. Für Scottish Mortgage löste das einen paradoxen Ausverkauf aus. Investoren rotieren aus dem Fonds direkt in die neue SpaceX-Aktie. Dabei macht das Raumfahrtunternehmen gut ein Fünftel des Fondsvermögens aus.

Ein starker US-Arbeitsmarktbericht verstärkt den Druck. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Dezember 2026 liegt nun über 80 Prozent. Für Scottish Mortgage ist das problematisch. Der Fonds investiert stark in nicht börsennotierte Wachstumsunternehmen. Höhere Zinsen belasten deren Bewertungen massiv.

Neue Strenge beim Aktienrückkauf

Das Management reagierte prompt auf den Kursrutsch. Als die Aktie am Freitag unter ihren Nettoinventarwert fiel, kaufte der Fonds 1,4 Millionen eigene Papiere zurück. Dies geschah unter einer neuen Leitlinie. Die Regel: Rückkäufe erfolgen ab sofort nur noch bei einem Abschlag zum inneren Wert.

Institutionelle Investoren nutzen die Schwäche. Mitsubishi UFJ Asset Management baute Anfang Juni eine Beteiligung von gut drei Prozent auf. Ein möglicher Grund für den Einstieg ist Anthropic. Der KI-Entwickler hat vertraulich einen Börsengang in den USA beantragt. Scottish Mortgage hält 2,6 Prozent an dem Unternehmen.

Die Abstimmung im Juli

Anfang Juli steht in Edinburgh eine entscheidende Hauptversammlung an. Der Vorstand bittet die Aktionäre um mehr Spielraum. Die selbst auferlegte Obergrenze von 30 Prozent für nicht gelistete Anlagen soll dauerhaft fallen. Aktuell liegt dieser Anteil bereits bei über 41 Prozent. Der rasante Wertanstieg von SpaceX trieb diese Quote nach oben.

Das Limit für private Investments soll um 250 Millionen Pfund steigen. Zusätzlich steht die Dividende zur Abstimmung. Die vorgeschlagene Ausschüttung von 4,57 Pence je Aktie verschlingt fast den gesamten Jahresgewinn. Die Deckung ist extrem dünn.

Trotz des jüngsten Rücksetzers liegt die Aktie seit Jahresbeginn rund 18 Prozent im Plus. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 19,50 Euro beträgt knapp 16 Prozent. Das Votum im Juli wird die künftige Risikostruktur des Fonds verbindlich festlegen.