Der Scottish Mortgage Investment Trust zahlt seit über vier Jahrzehnten ununterbrochen eine steigende Dividende. Das britische Schwergewicht gilt als Fels in der Brandung für Einkommensinvestoren. Das Portfolio erzählt allerdings eine völlig andere Geschichte. Hier dominieren ungelistete Tech-Giganten und riskante Wachstumswetten.

Wachstum schlägt Ausschüttung

Am 2. Juli stimmen die Aktionäre in Edinburgh über die finale Ausschüttung ab. Geplant sind knapp drei Pence je Aktie. Damit steigt die Gesamtdividende für das Geschäftsjahr um 4,3 Prozent. Der Fonds verteidigt seinen Status als britischer „Dividend Hero“.

Die Ausschüttung ist ein reines Signal an den Markt. Der Trust erwirtschaftete zuletzt einen Nettogewinn von 25,6 Millionen Pfund. Die Dividende kostet jedoch fast das Doppelte. Das Management zahlt die Differenz aus der Substanz.

Das eigentliche Ziel des Fonds bleibt starkes Kapitalwachstum. Im abgelaufenen Geschäftsjahr kletterte der Nettoinventarwert um 27,4 Prozent. Das Gesamtvermögen stieg auf 13,82 Milliarden Pfund. Allein das Raumfahrtunternehmen SpaceX steht für ein Fünftel davon.

Mehr Spielraum für private Märkte

Der Fokus verschiebt sich massiv in Richtung ungelisteter Werte. Diese machen inzwischen über 41 Prozent des Portfolios aus. Auf der Hauptversammlung fordert der Vorstand nun mehr Spielraum. Die bisherige Obergrenze für Privatmarkt-Investments von 30 Prozent soll fallen. Zusätzlich steht ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm zur Abstimmung.

Das aggressive Wachstumsumfeld trübt sich derweil ein. Starke US-Arbeitsmarktdaten treiben die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Dezember auf über 80 Prozent. Investoren rotieren aus hoch bewerteten Wachstumsaktien heraus.

Auch der Markt für private Beteiligungen steht unter Druck. Laut einer aktuellen Bain-Studie brachen die Transaktionsvolumina im Tech-Sektor Anfang 2026 um 70 Prozent ein. Software-Bewertungen sanken parallel dazu um acht Prozent.

Trotz dieser Hürden stärken Großinvestoren dem Fonds den Rücken. Mitsubishi UFJ Asset Management kaufte sich im Juni mit einem Millionenpaket ein. Der nächste Katalysator zeichnet sich bereits ab. Das KI-Startup Anthropic strebt frühestens im Oktober 2026 an die Börse.

Scottish Mortgage hält Anteile im Wert von rund 400 Millionen Pfund an dem Entwickler. Ein erfolgreiches Debüt würde die aggressive Privatmarkt-Strategie bestätigen. Zuvor fließt bei einem positiven Votum am 10. Juli 2026 die finale Dividende auf die Konten der Aktionäre.