Die Beteiligungsgesellschaft Scottish Mortgage Investment Trust gewinnt durch das Auslaufen einer wichtigen Haltefrist für ihre größte Portfolioposition an strategischer Flexibilität. Seit dem 6. August können die Fondsmanager des Hauses Baillie Gifford über einen Teil der Anteile an der Space Exploration Technologies Corp (SpaceX) verfügen.

Konkret betrifft dies bis zu 20 Prozent der Beteiligung, die nach dem Börsengang des Raumfahrtunternehmens am 12. Juni zunächst einer Sperrfrist unterlag. Mit einem Anteil von 19,3 Prozent am Gesamtvermögen des Trusts ist SpaceX die gewichtigste Position im Portfolio.

SpaceX-Erfolg treibt den inneren Wert

Die Bedeutung dieser Beteiligung für die Bilanz des Investment Trusts ist erheblich. Im Geschäftsjahr 2026 trug allein die Wertentwicklung von SpaceX 14,9 Prozentpunkte zur Rendite des Nettoinventarwerts (NAV) bei, die insgesamt bei 27,4 Prozent lag. Den Wert dieser Position bezifferte das Unternehmen zum Stichtag 31. März auf 2,98 Milliarden Britische Pfund.

Aktuelle Quartalszahlen von SpaceX stützen dieses Bild: Das Unternehmen vermeldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 7,8 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen. Gleichzeitig stiegen jedoch die Investitionen in Künstliche Intelligenz massiv auf 18,4 Milliarden US-Dollar an.

Am Dienstag veröffentlichte der Verwalter Baillie Gifford zudem seinen jährlichen Bericht zur Werthaltigkeit (Assessment of Value). Trotz geopolitischer Spannungen und phasenweise schwacher Erträge bei wachstumsorientierten Strategien erhielt die gesamte Produktpalette, einschließlich Scottish Mortgage, ein positives Urteil.

Die Analysten von Morningstar bestätigten in diesem Kontext ihre Bewertung für den Trust mit vier Sternen, nachdem die Portfolio-Zusammensetzung im Rahmen der Juli-Prüfung erneut analysiert worden war.

Marktposition und Kapitalmaßnahmen

Im gestrigen Handel am Mittwoch legte die Aktie um 1,2 Prozent zu und schloss bei 17,00 Euro. Damit weist das Papier seit Jahresbeginn ein Plus von 24 Prozent auf, wenngleich es derzeit noch rund 13 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert.

Die Kursbewegung folgte auf eine Phase erhöhter Volatilität im Juli, in der die Notierung zeitweise unter Druck geriet und mit einem Abschlag zum inneren Wert gehandelt wurde. Medienberichten zufolge blieb das Interesse privater Anleger dennoch hoch; im vergangenen Monat belegte der Trust den zweiten Platz unter den am häufigsten gekauften Investmentfonds seiner Kategorie.

Parallel zur operativen Entwicklung setzt die Gesellschaft ihr Programm zur Kapitalallokation fort. Gestern erwarb das Unternehmen weitere 500,000 eigene Stammaktien zu einem Preis von je 1.364,40 Pence, um diese im Bestand zu halten. Dies war bereits der dritte Rückkauf innerhalb einer Woche, nachdem die London Stock Exchange bereits am Montag und am vergangenen Freitag ähnliche Transaktionen verzeichnete.

Durch diese Maßnahmen hat sich der Bestand an eigenen Aktien im Treasury mittlerweile auf über 417 Millionen Stück erhöht, was die Bemühungen unterstreicht, den Wert für die verbliebenen Aktionäre durch eine aktive Steuerung des Aktienkapitals zu stabilisieren.