Scottish Mortgage bricht mit einer langjährigen Tradition. Der Investment Trust hat seine verbliebene Beteiligung an Tesla nach 13 Jahren vollständig verkauft. Damit macht das Management den Weg frei für eine neue strategische Ausrichtung im Technologiesektor.

Abschied von Tesla, Fokus auf KI

Der Ausstieg bei Tesla markiert das Ende einer der prägendsten Wetten in der Geschichte des Trusts. Parallel dazu änderte sich die Struktur der größten Position: Durch den Börsengang von SpaceX wandelte sich das Raumfahrtunternehmen von einer privaten Beteiligung zum öffentlichen Schwergewicht im Portfolio. Fondsmanager Tom Slater nutzt den Umbruch für eine Neuausrichtung des Kapitals.

Die Mittel fließen nun verstärkt in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Dabei blickt das Team über reine Hardware hinaus. Im Visier steht die „agentische Ära“ der KI. Damit sind Unternehmen gemeint, die autonome digitale Assistenten direkt in Dienstleistungen und den globalen Handel integrieren.

Rückkäufe und technische Signale

Zur Kurspflege setzt der Trust auf sein massives Rückkaufprogramm. Am 31. Juli erwarb das Unternehmen 500.000 weitere Aktien für den Eigenbestand. Mittlerweile hält der Trust über 413 Millionen Stücke in der eigenen Kasse, um den Abschlag zum Nettoinventarwert aktiv zu verringern.

An der Börse sorgte die Portfolio-Rotation zuletzt für Bewegung. Am Freitag schloss das Papier bei 15,14 Euro. Damit nähert sich der Kurs seinem 200-Tage-Durchschnitt von 14,87 Euro. Marktbeobachter achten nun auf diese Unterstützung, da der Relative-Stärke-Index mit einem Wert von 33,9 bereits eine überverkaufte Situation andeutet.

Der Fokus des Managements liegt weiterhin auf langfristigem Kapitalwachstum durch technologische Disruption. Trotz des Umbaus bleibt die Dividendenkontinuität gewahrt. Im Juli zahlte der Trust die Schlussdividende von 2,97 Pence aus — die 43. Erhöhung in Folge. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, wie schnell der Markt die Erlöse aus den Verkäufen in die neuen KI-Positionen einpreist.