SDAX auf Rekordkurs: Warum die Nebenwerte jetzt die besseren Trades liefern

CTS Eventim überzeugt mit starken Quartalszahlen, während der SDAX ein neues Rekordhoch erreicht und der DAX stagniert.

SDAX auf Rekordkurs: Warum die Nebenwerte jetzt die besseren Trades liefern
Kurz & knapp:
  • CTS Eventim mit Gewinnsprung von 38 Prozent
  • SDAX erreicht neues Rekordhoch
  • DAX verharrt nahe der 25.000er-Marke
  • VW investiert Milliarden in Rivian

Liebe Leserinnen und Leser,

23 Prozent Umsatzwachstum, ein Gewinnsprung um 38 Prozent — und eine Aktie, die trotzdem seit Jahresbeginn zweistellig im Minus steht. CTS Eventim lieferte am Freitag die Quartalszahlen, die der MDAX brauchte, um sich an die Spitze der Tagesgewinner zu setzen. Gleichzeitig markierte der SDAX ein neues Rekordhoch. Der DAX? Verharrte bei 25.113 Punkten und rührte sich kaum. Wer in dieser Woche nur den Leitindex beobachtet hat, hat die interessanteren Setups verpasst.

CTS Eventim: Starke Zahlen, geteilte Analysten — und viel Platz nach oben

CTS Eventim sprang nach den Q1-Zahlen an die MDAX-Spitze. Der Konzernumsatz kletterte um 23,0 Prozent auf 613,5 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA legte um 18,5 Prozent auf 118,9 Millionen Euro zu. Der eigentliche Treiber: Live Entertainment. Das Segment wuchs um 38,3 Prozent auf 403,6 Millionen Euro Umsatz, das bereinigte EBITDA verdreifachte sich nahezu auf 29,1 Millionen Euro (+151,1 Prozent). Das Ticketing-Geschäft wuchs dagegen nur um 2,5 Prozent auf 219,0 Millionen Euro. Unterm Strich stieg der Gewinn nach Anteilen Dritter von 46,1 auf 63,7 Millionen Euro.

Die Aktie notierte am Freitag auf Tradegate bei 62,00 Euro (+3,77 Prozent), im Tageshoch wurden 63,65 Euro markiert. Das Entscheidende für Trader: Trotz des Sprungs steht CTS Eventim seit Jahresbeginn noch immer zweistellig im Minus. Der Kursrutsch nach der verhaltenen Prognose Ende März wirkt nach — und genau das macht das Setup interessant. Ein klarer fundamentaler Auslöser trifft auf ein gedrücktes Kursniveau.

Die Analystenlandschaft bestätigt dieses Bild. DZ Bank hob den fairen Wert von 73 auf 81 Euro und bestätigte „Kaufen“. Analyst Karsten Oblinger hält den bestätigten Ausblick nach dem starken Q1 für konservativ und erwartet bereits nach den Halbjahreszahlen die nächste Anhebung. mwb research senkte das Kursziel leicht von 100 auf 96,50 Euro — bei bestätigter Kaufempfehlung. Am oberen Ende: UBS und Jefferies mit jeweils 100 Euro („Buy“), Barclays bei 98 Euro („Overweight“), JPMorgan bei 95 Euro („Overweight“), Bernstein bei 94 Euro („Outperform“). Selbst das konservativste Kaufvotum der DZ Bank signalisiert vom aktuellen Kurs noch gut 30 Prozent Potenzial. Einzig ODDO BHF bleibt mit 65 Euro und „Neutral“ zurückhaltend.

Anzeige

Während MDAX und SDAX die stärksten Setups dieser Woche lieferten, suchen viele Anleger gezielt nach übersehenen deutschen Schwergewichten mit echtem Renditepotenzial. Welche drei deutschen Konzerne aus Immobilien, Maschinenbau und Automobil Experten jetzt besonders im Blick haben, zeigt dieser kostenlose Report. Kostenloser Report: 3 deutsche Giganten jetzt herunterladen

SDAX auf Rekord, DAX klebt an der 25.000er-Marke

Der DAX schloss am Freitag bei 25.113 Punkten — praktisch unverändert. Das Januar-Rekordhoch bei 25.508 Punkten bleibt in Reichweite, der Widerstandsbereich zwischen 25.400 und dem Rekord ist die nächste Bewährungsprobe. Die eigentliche Dynamik findet woanders statt: Der SDAX legte 1,1 Prozent zu und setzte seinen Rekordlauf fort. Der MDAX gewann 0,8 Prozent. Während der Leitindex seit Wochen seitwärts pendelt, drehen die Nebenwerte auf.

Stützend wirkten am Freitag nachlassende Ölpreise — Brent gab 1,9 Prozent ab, getrieben von Hoffnungen auf eine Waffenruhe im Iran-Konflikt. Parallel sank die deutsche Inflation im Mai auf 2,6 Prozent nach 2,9 Prozent im April, wesentlich beeinflusst durch einen Dieselpreisrückgang von 11 Prozent.

Technologiewerte profitierten europaweit von den starken Dell-Zahlen mit angehobener KI-Prognose (Dell +30 Prozent an der Wall Street). Siltronic sprang um 9,2 Prozent auf ein Vier-Jahres-Hoch — das klarste Signal im deutschen Chipsektor am Freitag. SAP legte 2,4 Prozent zu. Schwächster DAX-Wert war Siemens Energy mit -2,1 Prozent. Bei den anstehenden Index-Anpassungen durch ISS Stoxx werden Hochtief und Lufthansa als DAX-Aufstiegskandidaten gehandelt, Zalando und Porsche SE als Abstiegskandidaten — ein Thema, das in den kommenden Wochen für Positionierung sorgen dürfte.

Konjunktur: Ausfallraten steigen, Mittelstand unter Druck

Abseits der Kursgewinne in der zweiten Reihe verdient ein Datenpunkt besondere Aufmerksamkeit. Die empirische Ausfallrate deutscher Unternehmen kletterte 2025 laut Creditreform Rating auf 1,88 Prozent, für 2026 wird ein Anstieg auf 2,08 Prozent prognostiziert. Das reale BIP-Wachstum 2025 lag bei mageren 0,2 Prozent.

Besonders betroffen ist der Mittelstand mit Umsätzen zwischen 500.000 und 2 Millionen Euro — hier liegt die Ausfallquote bei 2,06 Prozent. Großunternehmen über 250 Millionen Euro Umsatz bleiben dagegen stabil bei 0,36 Prozent. Sektoral führen Verkehr/Logistik (3,58 Prozent) und Bau (2,37 Prozent). Für Aktienanleger heißt das: Die Indexstärke bei MDAX und SDAX spiegelt die Lage der börsennotierten Mid Caps — nicht die Realität des breiten deutschen Mittelstands.

Anzeige

Steigende Unternehmensausfallraten und ein konjunkturell schwaches Umfeld machen die Auswahl der richtigen Aktien wichtiger denn je. Finanzexperte Henrik Voigt erklärt im kostenlosen Report, warum nur 4 % aller Aktien echte Gewinne bringen — und wie gezieltes Investieren ohne Index-Ballast funktioniert. Gratis-Report „Geheime Turbo-Aktien“ jetzt sichern

VW setzt auf Rivian: 5,8 Milliarden Dollar für die Elektro-Architektur

Strategisch bemerkenswert: Volkswagen ist mit 15,9 Prozent größter Einzelaktionär bei Rivian und hat damit Amazon (knapp 13 Prozent) überholt. Bis zu 5,8 Milliarden Dollar fließen in ein Gemeinschaftsunternehmen, das Rivians Zonen-Architektur für VW-Elektromodelle weiterentwickelt. Das Ziel: weniger Komplexität, niedrigere Kosten pro Fahrzeug. Rivian bringt parallel mit dem R2 ein günstigeres SUV-Modell in den USA an den Start. Für VW-Aktionäre ist die Frage, ob diese Investition schneller Ergebnisse liefert als die bisherigen Eigenentwicklungen — die Antwort darauf wird frühestens 2027 sichtbar.

Was nächste Woche zählt

Die kommende Woche bringt den US-Arbeitsmarktbericht, die Einkaufsmanager-Indizes für Euroraum und Deutschland und — entscheidender als alle Daten — die Schlagzeilen aus dem Iran-Konflikt. Eine belastbare Waffenruhe würde die Ölpreise weiter drücken und dem DAX den Weg zum Januar-Rekord bei 25.508 Punkten öffnen. Eine Eskalation am Golf hätte den gegenteiligen Effekt.

Für Trader bleibt die Botschaft dieser Woche klar: Die besten Setups finden sich nicht im DAX, sondern eine Etage tiefer. CTS Eventim mit breitem Analysten-Support und gedrücktem Kurs, Siltronic auf Vier-Jahres-Hoch, der SDAX auf Rekordkurs — wer nur den Leitindex handelt, lässt Rendite liegen.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.

Herzlichst, Ihr Andreas Sommer

Über Andreas Sommer 4733 Artikel

Über mich: Erfahrung für Ihren Anlageerfolg

Als Finanzanalyst und Börsenjournalist beschäftige ich mich seit über vier Jahrzehnten intensiv mit den Finanzmärkten. Meine Spezialisierung liegt auf der Analyse wachstumsstarker Aktien und der Entwicklung von Anlagestrategien, die fundamentale Bewertung mit technischer Analyse kombinieren.

Ein zentraler Aspekt ist das Timing („Timing is Money“), denn Risikobegrenzung ist essenziell („Vermeiden ist besser als Verlieren!“). Mein Ziel ist es, Ihnen klare Orientierung in dynamischen Märkten zu bieten.

Mein Weg an die Börse: Vom Bankberater zum Analysten

Meine Faszination für die Finanzmärkte entwickelte sich schon früh. Wichtige Stationen meines Weges sind:

  • Bankwesen: Über zehn Jahre Erfahrung als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank legten den Grundstein im Kundengeschäft.
  • Wendepunkt 1987: Der Börsencrash weckte mein tiefes Interesse an der technischen Analyse als wichtiges Instrument zur Risikosteuerung.
  • Finanzjournalismus: Als Finanzredakteur und Chefredakteur für Börsenpublikationen vertiefte ich meine Marktkenntnisse.
  • Strategieentwicklung: Über die Jahre entwickelte ich meinen heutigen ganzheitlichen Ansatz, der Fundamentaldaten und Charttechnik systematisch verbindet.

Meine Arbeit: Analysen, Strategien und Einblicke

Meine Expertise und meine Anlagestrategien teile ich auf verschiedenen Wegen:

  • Buch "Die Wachstumsaktien-Strategie": In diesem Buch (VNR Verlag) stelle ich praxisnah meine Methode zur Auswahl von Wachstumsaktien und zur Kombination von Fundamentalanalyse und Timing vor.
  • Markt-Barometer: Ein selbst entwickeltes Tool, das wöchentlich das Börsenklima anhand globaler Indikatoren einschätzt und bei der Risikosteuerung hilft.
  • Einblicke teilen: Meine Marktmeinung zu Aktien, Gold, Krypto und Rohstoffen teile ich regelmäßig bei Auftritten auf Finanzmessen (z.B. Invest Stuttgart), in Fachmedien (z.B. Börsen Radio Network) und auf meinem YouTube-Kanal „Chartanalyse-Trends“.

Unabhängigkeit und Transparenz sind die Grundlage meiner Arbeit.

Mein Ziel: Ihr Navigator im Finanzmarkt

Ich möchte Anlegern – ob Einsteiger oder Profi – klare, fundierte und umsetzbare Strategien an die Hand geben. Mit meinen Analysen und Werkzeugen helfe ich Ihnen, sich im oft komplexen Finanzmarkt zurechtzufinden und erfolgreich zu investieren.