15,00 Euro je Aktie – zu diesem Preis hat die B&C-Gruppe ihre Position bei Semperit ausgebaut. Am Freitag rollt die finale Abwicklung des Übernahmeangebots. Dann gehört der B&C-Gruppe ein Anteil von 63,45 Prozent am Gummispezialisten. Ein neues Kapitel beginnt.

Das Angebot ist durch

Die Annahmefrist endete am 12. Juni. Am Montag bestätigte eine Stimmrechtsmitteilung: Rund eine Million Aktien wurden angedient. Der bisherige Anteil von 58,48 Prozent kletterte auf 63,45 Prozent. Die technische Abwicklung – Einbuchung gegen Zahlung – soll bis spätestens Freitag abgeschlossen sein. Die Unsicherheit über die Eigentümerstruktur ist damit beendet.

Diskrepanz am Markt

Parallel dazu fällt ein Widerspruch ins Auge: B&C zahlte 15,00 Euro. Analysten bewerten die Aktie deutlich höher. NuWays sieht ein Kursziel von 21,50 Euro. Oddo BHF und Raiffeisen nennen 19,00 Euro. Der Buchwert liegt sogar bei rund 20,20 Euro je Aktie.

Warum kamen trotzdem eine Million Aktien zusammen? Marktbeobachter verweisen auf die schwache Liquidität des Titels. Viele Aktionäre sahen wohl eine Gelegenheit zum Ausstieg.

Kurs und Liquidität

Am Dienstag kreuzte die Aktie kurz die 50-Tage-Linie. Am Mittwoch notiert sie bei 15,00 Euro – exakt auf dem Niveau des gleitenden Durchschnitts. Das ist ein Minus von 1,64 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 21,75 Prozent.

Durch den Zukauf sinkt der Streubesitz weiter. Die Folge: weniger Liquidität, höhere Volatilität. Für große Investoren wird der Titel unattraktiver. Die Kehrseite: Der stabile Kernaktionär schützt vor spekulativen Abverkäufen.

Operativ gefordert

Mit dem Ende der Übernahmephase rückt das Geschäft in den Fokus. Das Management hält am EBITDA-Ziel von 95 Millionen Euro für 2026 fest. Wichtige Schritte: der Abschluss des Lagerabbaus bei Hydraulikschläuchen und die Stabilisierung im Profil-Geschäft.

Der nächste Termin im Kalender: die Halbjahreszahlen im August. Sie werden zeigen, ob Semperit auf Kurs bleibt.