Semperit steht kurz vor einer entscheidenden Frist. Das freiwillige Übernahmeangebot der B&C Holding läuft noch bis zum 12. Juni 2026, und der Markt handelt die Aktie bereits über dem gebotenen Preis von 15,00 Euro je Anteilsschein.
Genau darin liegt der Kern des Konflikts. Der Mehrheitsaktionär will die verbleibenden 41,52 Prozent übernehmen, doch viele Anleger verlangen offenbar einen höheren Preis. Am 2. Juni lag die Aktie bei rund 15,35 bis 15,40 Euro. Der Markt misst dem Angebot also derzeit nicht den vollen Schlussstrich zu, den B&C anstrebt.
Operativer Aufschwung stützt den Kurs
Ein Grund für diese Haltung ist die jüngste Entwicklung im Geschäft. Semperit steigerte das EBITDA im ersten Quartal auf 26,8 Millionen Euro. Das entspricht mehr als einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Die Marge kletterte zugleich von 7,3 Prozent auf 16,4 Prozent.
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Auch der Ausblick spricht für mehr Zuversicht. Das Management hält für 2026 an einem operativen EBITDA von rund 95 Millionen Euro fest. Damit bekommt das Übernahmeangebot einen unangenehmen Vergleichspartner: die Börse traut dem Unternehmen offenbar mehr zu als der Käufer gerade zahlen will.
Wenig Dividende, viel Fokus auf Wachstum
Für einkommensorientierte Anleger bleibt die ausgeschlossene Dividende ein zusätzlicher Punkt. Der Vorstand hat bereits im Frühjahr beschlossen, für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Ausschüttung vorzunehmen. Das Geld soll in Automatisierung und Effizienzsteigerungen fließen.
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Parallel dazu bleibt die Börsenstimmung gemischt. Ein aktueller Performance-Check vom 2. Juni vergab ein D-Rating. Das signalisiert, dass trotz der operativen Fortschritte weiterhin Zweifel an der langfristigen Stabilität bleiben.
Am Ende entscheidet die Annahmefrist über die nächste Etappe. Läuft das Angebot am 12. Juni aus, zeigt sich, wie viele Aktionäre das Papier wirklich zu 15,00 Euro abgeben. Sollte der Kurs danach auf dem aktuellen Niveau bleiben, dürfte B&C die Übernahmestrategie neu justieren müssen.
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