ServiceNow Aktie: 172.000 Jobs reißen Tech-Sektor mit

ServiceNow verliert über 5 Prozent nach robusten US-Arbeitsmarktdaten. Analysten sehen KI-Potenzial als langfristigen Wachstumstreiber.

ServiceNow Aktie
Kurz & knapp:
  • Tagesverlust von über fünf Prozent
  • US-Jobbericht übertrifft Erwartungen deutlich
  • KI-Partnerschaft mit Cognizant bekanntgegeben
  • Now Assist auf Rekordwachstumskurs

Ein starker US-Arbeitsmarktbericht hat am Freitag den gesamten Technologiesektor unter Druck gesetzt. ServiceNow gehörte zu den klaren Verlierern — trotz einer intakten KI-Story im Hintergrund.

Zinsangst trifft SaaS-Bewertungen

Der Auslöser war eindeutig: Der US-Jobbericht für Mai wies 172.000 neu geschaffene Stellen aus. Das ist fast doppelt so viel wie die Konsenserwartung von rund 80.000 bis 88.000. Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4,3 Prozent.

Für die Märkte bedeutet das: Die Fed dürfte die Zinsen länger hochhalten als erhofft. Aktuell preisen Terminmärkte eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 60 Prozent für eine Zinserhöhung bis Dezember 2026 ein. Kein Wunder, dass hochbewertete Wachstumswerte wie ServiceNow sofort reagierten.

Die Aktie schloss am Freitag bei 97,64 Euro — ein Tagesverlust von 5,11 Prozent. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 8,62 Prozent. Das Handelsvolumen stieg auf rund 31 Millionen Aktien, etwa 30 Prozent über dem Tagesdurchschnitt.

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KI-Ambitionen bleiben unberührt

Die operative Entwicklung erzählt eine andere Geschichte. Anfang Juni gab Cognizant bekannt, seine Neuro-AI-Trust-Plattform mit ServiceNow zu verknüpfen. Ziel ist ein einheitliches System zur KI-Governance für Unternehmenskunden.

NVIDIA-Chef Jensen Huang betonte zuletzt, dass sogenannte Agentic AI — also autonome KI-Agenten für komplexe Aufgaben — robuste Softwareplattformen wie ServiceNow benötigt. KI verdränge keine Software, sondern treibe deren Nachfrage. Das stützt die langfristige Wachstumsthese des Unternehmens.

ServiceNow peilt bis 2030 mehr als 30 Milliarden Dollar Abonnementumsatz an. KI soll dann rund 30 Prozent des jährlichen Vertragswerts ausmachen. Das KI-Produkt Now Assist überschritt im ersten Quartal 2026 bereits 750 Millionen Dollar — und soll bis Jahresende auf über 1,5 Milliarden Dollar wachsen.

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Technisch unter Druck

Das Chartbild zeigt die Belastung deutlich. Die Aktie notiert rund 19,6 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts bei etwa 140,50 Dollar. Auch die 20- und 50-Tage-Linien liegen mit rund 119 beziehungsweise 120 Dollar klar über dem aktuellen Kurs.

Der RSI liegt bei 55,1 — weder überkauft noch überverkauft. Die nächste Unterstützung befindet sich bei 98 Dollar, Widerstand bei 126,50 Dollar.

Trotz des jüngsten Einbruchs steht auf 30-Tage-Sicht noch ein Plus von fast 29 Prozent. Die institutionelle Beteiligung liegt bei über 87 Prozent — das Fundament ist also breit. Ob die Unterstützung bei 98 Dollar hält, entscheidet darüber, ob der Rücksetzer ein Einstiegsfenster bleibt oder eine tiefere Korrektur einleitet.

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